Rohkost

Bei der Rohkost-Ernährung werden Lebensmittel überwiegend oder ausschließlich unerhitzt gegessen. Meist gilt eine Grenze von etwa 42 Grad Celsius, über die nichts erwärmt werden soll. Die meisten Anhänger ernähren sich rein pflanzlich mit Obst, Gemüse, Nüssen, Samen, Sprossen und gekeimtem Getreide. Manche essen auch rohe Milch, rohe Eier, rohen Fisch oder rohes Fleisch.

Warum ist das wichtig?

Begründet wird die Rohkost mit der Annahme, Erhitzen zerstöre Enzyme und Vitamine. Tatsächlich gehen hitzeempfindliche Vitamine wie Vitamin C und Folat beim Kochen teilweise verloren. Andere Stoffe werden durch Erhitzen aber besser verfügbar, etwa Lycopin aus Tomaten oder Beta-Carotin aus Möhren. Nahrungsenzyme werden zudem im Magen ohnehin weitgehend abgebaut. Kochen macht außerdem viele Lebensmittel erst bekömmlich und sicher, zum Beispiel Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Getreide.

Zahlen und Referenzwerte

In der Gießener Rohkost-Studie hatten langjährige Rohköstlerinnen und Rohköstler ein deutlich niedrigeres Körpergewicht. Rund ein Drittel der Frauen im gebärfähigen Alter hatte keine Regelblutung mehr. Häufig knapp waren Vitamin B12, Vitamin D, Calcium, Eisen, Zink, Jod und Protein.

Was bedeutet das im Alltag?

Ein hoher Anteil an Rohkost aus Gemüse, Obst, Nüssen und Samen bereichert jede Ernährung. Eine ausschließliche Rohkost ist dagegen schwer bedarfsgerecht zu gestalten und sättigt oft zu wenig. Wer sich überwiegend roh und rein pflanzlich ernährt, muss mindestens Vitamin B12 ergänzen und die übrigen kritischen Nährstoffe gezielt im Blick behalten.

Wann fachliche Einordnung wichtig ist

Häufige Missverständnisse

Rohkost gilt oft als besonders natürlich. Menschen nutzen das Feuer aber seit Hunderttausenden von Jahren zum Garen, und das hat die Energieversorgung erheblich verbessert. Auch „Superfood“-Pulver und Rohkostriegel sind häufig stark verarbeitet.

Verwandte Begriffe

Quellen