Apfelessig ist ein altes Hausmittel, das in sozialen Medien regelmäßig neu entdeckt wird. Ein Esslöffel verdünnt in Wasser vor dem Essen soll beim Abnehmen helfen, den Blutzucker senken, den Stoffwechsel anregen und entgiften. Zusätzlich gibt es Apfelessig als Kapseln und Gummibärchen.
Warum ist das wichtig?
Für eine leichte Dämpfung des Blutzuckeranstiegs nach kohlenhydratreichen Mahlzeiten gibt es Hinweise aus kleinen Studien. Die Essigsäure verlangsamt vermutlich die Magenentleerung. Die Effekte sind aber gering, und es ist unklar, ob sie langfristig einen gesundheitlichen Nutzen haben.
Beim Abnehmen ist die Studienlage dünn. Eine 2024 viel beachtete Studie aus dem Libanon, die deutliche Gewichtsverluste berichtete, wurde später wegen erheblicher methodischer Fehler zurückgezogen. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass die Wirkung von Apfelessig-Nahrungsergänzungsmitteln nicht belegt ist.
Zahlen und Referenzwerte
In Studien wurden meist 15 bis 30 Milliliter Essig pro Tag verwendet, stark verdünnt. Apfelessig enthält etwa 5 Prozent Säure. Kapseln und Gummis enthalten oft nur geringe Mengen Essigpulver, die Gummis zusätzlich Zucker.
Was bedeutet das im Alltag?
Apfelessig im Salatdressing ist eine schmackhafte Zutat und kann Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. Wer ihn pur trinken möchte, sollte ihn gut verdünnen, mit einem Strohhalm trinken und den Mund danach mit Wasser ausspülen. Mit dem Zähneputzen wartet man besser eine halbe Stunde, um den angegriffenen Zahnschmelz zu schonen.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
Apfelessig verbrennt kein Fett und entgiftet nicht. Wer mit ihm abnimmt, isst meist auch bewusster. Dieselben Effekte lassen sich mit Gemüse zu Beginn der Mahlzeit, Vollkorn und Bewegung nach dem Essen erreichen, die besser untersucht sind.