In sozialen Medien werden Pflanzenöle aus Samen, im Englischen Seed Oils, als giftig, entzündungsfördernd und Ursache vieler Zivilisationskrankheiten dargestellt. Gemeint sind etwa Raps-, Sonnenblumen-, Soja- und Maiskeimöl. Als Alternative werden Butter, Rindertalg, Schmalz oder Kokosöl empfohlen.
Warum ist das wichtig?
Die Forschung zeichnet ein anderes Bild. Werden gesättigte Fette durch Pflanzenöle mit ungesättigten Fettsäuren ersetzt, sinkt das LDL-Cholesterin (LDL: Low-Density-Lipoprotein) und mit ihm das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Große Beobachtungsstudien verbinden einen höheren Verzehr von Pflanzenölen mit einer geringeren Sterblichkeit. Der Rat, stattdessen tierische Fette zu verwenden, steht im Widerspruch zu diesen Befunden.
Zahlen und Referenzwerte
Rapsöl enthält weniger als 10 Prozent gesättigte Fettsäuren und liefert Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren in einem günstigen Verhältnis. Butter besteht zu etwa zwei Dritteln, Kokosöl zu rund 90 Prozent aus gesättigten Fettsäuren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt Rapsöl als empfehlenswertes Standardöl.
Was bedeutet das im Alltag?
Rapsöl und Olivenöl eignen sich als Basis für die Küche. Sonnenblumenöl ist unbedenklich, liefert aber kaum Omega-3-Fettsäuren und sollte deshalb nicht das einzige Öl sein. Kaltgepresste Öle sind für Salate und schonendes Garen geeignet, raffinierte Öle für höhere Temperaturen. Zu stark erhitzte oder mehrfach genutzte Frittierfette sollten vermieden werden, weil dabei unerwünschte Stoffe entstehen.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
Ein häufiges Argument lautet, Pflanzenöle würden mit Lösungsmitteln wie Hexan gewonnen. Bei raffinierten Ölen wird Hexan zwar eingesetzt, anschließend aber fast vollständig entfernt. Die Restmengen sind in der EU streng begrenzt. Auch der Vorwurf, Omega-6-Fettsäuren förderten Entzündungen, ist durch Studien am Menschen nicht bestätigt. Mehr dazu unter Omega-6-Fettsäuren.