Clean Eating

Clean Eating bedeutet übersetzt „sauber essen“. Gemeint ist eine Ernährung mit möglichst naturbelassenen, wenig verarbeiteten Lebensmitteln. Zucker, Weißmehl, Fertigprodukte, Zusatzstoffe und oft auch Alkohol werden gemieden. Eine einheitliche Definition gibt es nicht. Manche Anhänger verzichten zusätzlich auf Gluten, Milchprodukte oder Fleisch.

Warum ist das wichtig?

Der Grundgedanke ist vernünftig und deckt sich mit vielen Ernährungsempfehlungen. Weniger stark verarbeitete Lebensmittel und mehr frisch Gekochtes verbessern die Ernährungsqualität. Problematisch wird es, wenn Lebensmittel moralisch in „sauber“ und „schmutzig“ eingeteilt werden. Das kann Schuldgefühle, Angst vor bestimmten Lebensmitteln und soziale Isolation fördern. In sozialen Medien wird Clean Eating zudem oft mit Schlankheitsidealen und teuren Produkten verknüpft.

Zahlen und Referenzwerte

Für Clean Eating gibt es keine eigenen Studien, die einen Nutzen gegenüber einer ausgewogenen Ernährung zeigen. Bekannt ist dagegen der Zusammenhang zwischen sehr strengen Ernährungsregeln und Orthorexie, einem zwanghaften Beschäftigen mit gesunder Ernährung. Orthorexie ist keine eigene Diagnose, wird aber als Risikoverhalten für Essstörungen diskutiert.

Was bedeutet das im Alltag?

Die positiven Aspekte lassen sich gelassen übernehmen. Öfter selbst kochen, Gemüse, Obst, Vollkorn und Hülsenfrüchte in den Mittelpunkt stellen und stark verarbeitete Produkte seltener wählen. Gering verarbeitete Produkte wie Tiefkühlgemüse, Dosentomaten, Hülsenfrüchte aus dem Glas oder Naturjoghurt sind dabei hilfreiche Alltagshelfer. Gelegentlicher Kuchen, Pizza oder ein Restaurantbesuch gehören zu einem entspannten Essverhalten dazu.

Wer besonders betroffen ist

Jugendliche und junge Erwachsene, die viel in sozialen Medien unterwegs sind, und Menschen mit Neigung zu Perfektionismus oder Essstörungen sind besonders anfällig für die negativen Seiten des Trends.

Wann fachliche Einordnung wichtig ist

Häufige Missverständnisse

Nicht jede Verarbeitung ist schlecht. Brot, Joghurt, Käse und Tiefkühlgemüse sind verarbeitet und trotzdem wertvoll. Auch „clean“ vermarktete Produkte wie Proteinriegel oder Kokosblütenzucker sind nicht automatisch gesünder.

Verwandte Begriffe

Quellen