Hochverarbeitete Lebensmittel

Hochverarbeitete Lebensmittel, englisch ultra-processed foods, sind industriell hergestellte Produkte, die überwiegend aus isolierten Bestandteilen wie Zucker, Stärke, Ölen und Eiweißen bestehen und meist Zusatzstoffe wie Aromen, Emulgatoren oder Farbstoffe enthalten. Typische Beispiele sind Softdrinks, Süßigkeiten, Chips, abgepackte Backwaren, Frühstücksflocken, Fertiggerichte, Wurstwaren und viele Fleischersatzprodukte.

Warum ist das wichtig?

Ein hoher Anteil hochverarbeiteter Lebensmittel ist in vielen Beobachtungsstudien mit Übergewicht, Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einer höheren Sterblichkeit verbunden. In einer kontrollierten Studie von Kevin Hall und Kolleg:innen aßen Teilnehmende bei einer hochverarbeiteten Kost im Schnitt rund 500 kcal mehr pro Tag als bei einer gering verarbeiteten Kost mit gleichem Nährstoffangebot und nahmen zu.

Mögliche Gründe sind die hohe Energiedichte, schnelles Essen, geringe Sättigung, viel Zucker, Salz und Fett sowie wenig Ballaststoffe. Welche Rolle einzelne Zusatzstoffe spielen, wird noch erforscht.

Die NOVA-Einteilung

GruppeBeschreibungBeispiele
1unverarbeitet oder minimal verarbeitetGemüse, Obst, Milch, Eier, Haferflocken, Tiefkühlgemüse
2verarbeitete Zutaten für die KücheÖl, Butter, Zucker, Salz, Mehl
3verarbeitete LebensmittelKäse, Brot vom Bäcker, Konservengemüse, geräucherter Fisch
4hochverarbeitete LebensmittelSoftdrinks, Chips, Süßwaren, Instantsuppen, abgepacktes Toastbrot

Die Einteilung ist in der Wissenschaft verbreitet, wird aber auch kritisiert. Nicht jedes hochverarbeitete Produkt ist gleich ungünstig. Vollkornbrot aus dem Supermarkt oder ein ungesüßter Sojajoghurt fallen etwa in dieselbe Gruppe wie Limonade.

Was bedeutet das im Alltag?

Ziel ist es, den Anteil stark verarbeiteter Produkte zu senken und häufiger aus Grundzutaten zu kochen. Ein völliger Verzicht ist weder nötig noch realistisch.

Wann fachliche Einordnung wichtig ist

Häufige Missverständnisse

  • Verarbeitet heißt nicht automatisch ungesund. Tiefkühlgemüse und Konserven-Hülsenfrüchte sind wertvolle Lebensmittel.
  • „Bio“ oder „vegan“ schützt nicht vor einem hohen Verarbeitungsgrad.
  • Ein Fertiggericht pro Woche macht keine Ernährung ungesund. Es geht um den Gesamtanteil.

Verwandte Begriffe

Quellen