Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe

Süßungsmittel ersetzen Zucker in Getränken, Joghurts, Kaugummis und vielen „zuckerfreien“ oder „light“ Produkten. Unterschieden werden zwei Gruppen: Süßstoffe wie Aspartam, Sucralose, Acesulfam-K und Steviolglycoside sind um ein Vielfaches süßer als Zucker und liefern praktisch keine Energie. Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit, Xylit und Erythrit sind Zuckeralkohole, die ähnlich süß wie Zucker sind und weniger Energie liefern.

Warum ist das wichtig?

Süßungsmittel sind in der EU zugelassen und gelten bei Einhaltung der duldbaren täglichen Aufnahmemengen (ADI) als sicher. Für Aspartam liegt der ADI bei 40 mg pro kg Körpergewicht. Die WHO-Krebsforschungsagentur (WHO: Weltgesundheitsorganisation) IARC (Internationale Agentur für Krebsforschung) hat Aspartam 2023 als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft, gleichzeitig hat der Expertenausschuss von WHO und FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) den ADI bestätigt. Bei üblichen Verzehrmengen wird er kaum erreicht.

Wichtiger für den Alltag: Die WHO rät seit 2023, Süßstoffe nicht zur Gewichtskontrolle zu verwenden. In Langzeitstudien zeigten sich keine Vorteile für das Körpergewicht, dafür Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ob diese Zusammenhänge ursächlich sind, ist umstritten. Menschen mit Diabetes sind von der Empfehlung ausgenommen.

Was bedeutet das im Alltag?

Süßungsmittel können helfen, von stark zuckerhaltigen Getränken wegzukommen. Auf Dauer ist es sinnvoller, den Geschmack an weniger Süße zu gewöhnen und Wasser oder ungesüßten Tee zu trinken.

Wann fachliche Einordnung wichtig ist

Häufige Missverständnisse

  • Stevia ist nicht automatisch natürlich oder gesünder. Die verwendeten Steviolglycoside sind aufwendig gereinigte Extrakte.
  • „Zuckerfrei“ bedeutet nicht kalorienfrei, siehe Zuckerfrei.
  • Süßstoffe lösen bei den meisten Menschen keinen relevanten Insulinanstieg aus.

Verwandte Begriffe

Quellen