Alkohol, chemisch Ethanol, liefert dem Körper Energie und wird deshalb in der Ernährungswissenschaft neben Kohlenhydraten, Fett und Protein als Energieträger geführt. Anders als diese erfüllt er aber keine Aufgabe als Nährstoff. Der Körper behandelt ihn als Giftstoff, den er so schnell wie möglich abbauen muss.
Warum ist das wichtig?
Alkohol wird überwiegend in der Leber abgebaut. Dabei entsteht Acetaldehyd, ein Stoff, der Zellen und Erbgut schädigen kann. Die Internationale Agentur für Krebsforschung stuft alkoholische Getränke als krebserregend ein. Schon geringe Mengen erhöhen das Risiko für Krebs in Mund, Rachen, Speiseröhre, Darm, Leber und Brust. Regelmäßiger Konsum belastet zudem die Leber bis hin zur Fettleber, erhöht den Blutdruck, stört den Schlaf und kann abhängig machen.
Die lange verbreitete Annahme, kleine Mengen schützten das Herz, gilt heute als überholt. Neuere Auswertungen zeigen, dass frühere Studien methodische Schwächen hatten, etwa weil Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen aufgehört hatten zu trinken, in der Gruppe der Abstinenten gezählt wurden.
Zahlen und Referenzwerte
Ein Gramm Alkohol liefert etwa 7 Kilokalorien. Ein halber Liter Bier bringt so rund 200 Kilokalorien, ein Glas Wein mit 0,2 Litern etwa 140 bis 160. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt seit 2024, auf alkoholische Getränke ganz zu verzichten, weil sich keine gesundheitlich unbedenkliche Menge festlegen lässt. Wer dennoch trinkt, sollte die Menge möglichst gering halten und hohe Mengen bei einer Gelegenheit vermeiden. In Schwangerschaft und Stillzeit sowie für Kinder und Jugendliche gilt null Promille ohne Ausnahme.
Was bedeutet das im Alltag?
Alkoholfreie Tage in der Woche, kleinere Gläser und Wasser zwischen den Getränken senken die Menge spürbar. Alkoholfreies Bier, Schorlen oder selbst gemischte Getränke mit Kräutern und Zitrus sind gute Alternativen.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
Rotwein wird wegen seines Gehalts an Resveratrol oft als gesund dargestellt. Die Mengen sind jedoch so gering, dass sie das Risiko durch den Alkohol nicht ausgleichen. Auch der „Absacker“ zur Verdauung hilft nicht. Er verlangsamt die Magenentleerung eher.