Als Leberwerte werden verschiedene Enzyme und Stoffe im Blut bezeichnet, die Hinweise auf den Zustand der Leber geben. Am häufigsten bestimmt werden die Enzyme ALT (Alanin-Aminotransferase), früher GPT genannt, AST (Aspartat-Aminotransferase), früher GOT, und die Gamma-GT (Gamma-Glutamyltransferase). Hinzu kommen die alkalische Phosphatase und das Bilirubin. Steigen die Enzyme im Blut an, ist das oft ein Zeichen, dass Leberzellen geschädigt sind.
Warum ist das wichtig?
Die Leber verursacht lange keine Schmerzen. Erhöhte Leberwerte sind daher oft der erste Hinweis auf eine Erkrankung. Die häufigste Ursache in Deutschland ist die Fettleber, gefolgt von Alkohol, Medikamenten und Virushepatitis. Die Gamma-GT reagiert besonders empfindlich auf Alkohol, ist aber auch bei Fettleber und Gallenstau erhöht.
Zahlen und Referenzwerte
Die Referenzbereiche hängen vom Labor, von der Messmethode und vom Geschlecht ab. Als grobe Orientierung gelten für ALT Werte bis etwa 35 U/l bei Frauen und bis etwa 50 U/l bei Männern als unauffällig. Leicht erhöhte Werte sind häufig und nicht immer krankhaft. Umgekehrt schließen normale Werte eine Fettleber oder sogar eine Vernarbung der Leber nicht aus.
Was bedeutet das im Alltag?
Bei leicht erhöhten Werten und Übergewicht ist eine Gewichtsabnahme von fünf bis zehn Prozent oft die wirksamste Maßnahme. Wenig oder kein Alkohol, weniger zuckerhaltige Getränke, mehr Gemüse, Vollkorn und Bewegung verbessern die Werte meist innerhalb weniger Monate. Kaffee ist in Studien mit günstigeren Leberwerten verbunden.
Wer besonders betroffen ist
Menschen mit Übergewicht, Typ-2-Diabetes, metabolischem Syndrom und regelmäßigem Alkoholkonsum sowie Menschen, die viele Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, haben häufiger erhöhte Leberwerte.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
Leberentgiftungskuren, Mariendistelkapseln oder Detox-Tees senken erhöhte Leberwerte nicht zuverlässig. Manche pflanzliche Präparate wie hoch dosiertes Kurkuma oder grüner Tee als Extrakt können der Leber sogar schaden.