Fettleber

Eine Fettleber entsteht, wenn sich vermehrt Fett in den Leberzellen einlagert. Seit 2023 heißt die stoffwechselbedingte Form international MASLD (metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease). Der Begriff ersetzt die frühere Bezeichnung nicht-alkoholische Fettleber und betont den Zusammenhang mit Übergewicht, Insulinresistenz, Blutzucker, Blutdruck und Blutfetten.

Warum ist das wichtig?

Die Fettleber ist die häufigste Lebererkrankung in Deutschland. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa jeder vierte Erwachsene betroffen ist, bei Übergewicht und Typ-2-Diabetes deutlich mehr. Auch mehr als jedes dritte Kind mit Adipositas hat bereits eine Fettleber.

Die Erkrankung verursacht lange keine Beschwerden. Bei einem Teil der Betroffenen entwickelt sich eine Entzündung, die zu Vernarbung (Fibrose), Zirrhose und Leberkrebs führen kann. Menschen mit Fettleber haben außerdem ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes Typ 2.

Zahlen und Referenzwerte

Die gute Nachricht: Die Leber kann sich erholen. Studien zeigen, dass eine Gewichtsabnahme von etwa 5 Prozent den Fettgehalt der Leber senkt, 7 bis 10 Prozent die Entzündung bessern und über 10 Prozent sogar eine beginnende Vernarbung zurückbilden können.

Was bedeutet das im Alltag?

Leitlinien empfehlen eine mediterran geprägte Ernährung mit viel Gemüse, Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen, Olivenöl und Fisch. Besonders ungünstig sind zuckergesüßte Getränke und Säfte, weil Fruktose in großen Mengen in der Leber direkt zu Fett umgebaut wird. Alkohol belastet die Leber zusätzlich und sollte möglichst gemieden werden. Regelmäßige Bewegung senkt das Leberfett auch unabhängig vom Gewicht. Kaffee wird in Beobachtungsstudien mit einem günstigeren Verlauf in Verbindung gebracht.

Wer besonders betroffen ist

Menschen mit Übergewicht, besonders mit Bauchfett, mit Typ-2-Diabetes, Insulinresistenz, Bluthochdruck oder erhöhten Blutfetten. Eine Fettleber kommt aber auch bei normalgewichtigen Menschen vor.

Wann fachliche Einordnung wichtig ist

Häufige Missverständnisse

  • Eine Fettleber betrifft nicht nur Menschen, die Alkohol trinken.
  • Normale Leberwerte schließen eine Fettleber nicht aus.
  • Normalgewicht schützt nicht vollständig.
  • Detox-Kuren entfetten die Leber nicht.

Für Fachkräfte

Die Nomenklatur wurde 2023 international auf MASLD umgestellt, also eine Fettleber mit mindestens einem kardiometabolischen Risikofaktor. Zur Risikostratifizierung wird in der Primärversorgung der FIB-4-Index (FIB-4: Fibrose-Index aus vier Messwerten) genutzt, der aus Alter, AST (Aspartat-Aminotransferase), ALT (Alanin-Aminotransferase) und Thrombozyten berechnet wird. Werte unter 1,3 sprechen gegen eine fortgeschrittene Fibrose, höhere Werte erfordern eine weitere Abklärung, etwa per Elastografie.

Therapeutisch stehen Gewichtsabnahme und Bewegung im Mittelpunkt. Etwa 5 Prozent Gewichtsverlust reduzieren das Leberfett, 7 bis 10 Prozent verbessern die Entzündung, ab 10 Prozent kann die Fibrose regredieren. In der Beratung sind Fruktose aus Getränken, Alkoholkonsum und eine mediterrane Ernährungsweise zentrale Themen. Bei Zirrhose verschiebt sich der Fokus auf ausreichende Energie- und Proteinzufuhr, eine Spätmahlzeit und die Vermeidung von Sarkopenie.

Verwandte Begriffe

Quellen