Diabetes Typ 2

Diabetes Typ 2 ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei der der Blutzucker dauerhaft erhöht ist. Am Anfang steht meist eine Insulinresistenz: Die Körperzellen sprechen schlechter auf Insulin an. Die Bauchspeicheldrüse gleicht das zunächst mit mehr Insulin aus, bis sie mit der Zeit erschöpft. In Deutschland leben mehrere Millionen Menschen mit Diabetes, rund neun von zehn davon mit Typ 2.

Warum ist das wichtig?

Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker schädigt große und kleine Blutgefäße. Die Folgen können Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschäden, Sehverlust, Nervenschäden und das diabetische Fußsyndrom sein. Oft verläuft die Erkrankung jahrelang ohne Beschwerden. Mögliche Anzeichen sind starker Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit und schlecht heilende Wunden.

Übergewicht, besonders am Bauch, Bewegungsmangel, Rauchen, Schlafmangel, eine ballaststoffarme Ernährung mit vielen zuckergesüßten Getränken und eine erbliche Veranlagung erhöhen das Risiko.

Zahlen und Referenzwerte

MessungPrädiabetesDiabetes
Nüchternblutzucker100 bis 125 mg/dlab 126 mg/dl
HbA1c5,7 bis 6,4 %ab 6,5 %
Zuckerbelastungstest (2 Stunden)140 bis 199 mg/dlab 200 mg/dl

Die Diagnose stellt eine Ärztin oder ein Arzt anhand wiederholter Messungen.

Was bedeutet das im Alltag?

Die Ernährung ist eine Säule der Behandlung. Eine feste Diabetesdiät gibt es nicht mehr. Empfohlen wird eine ausgewogene, ballaststoffreiche Kost mit Vollkorn, Hülsenfrüchten, Gemüse, Nüssen, guten Fetten und wenig zuckergesüßten Getränken. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft legt keine starre Verteilung von Kohlenhydraten, Fett und Protein fest. Mediterrane Kost, kohlenhydratreduzierte Ansätze oder vegetarische Ernährung können passen.

Eine deutliche Gewichtsabnahme kann den Stoffwechsel stark verbessern. In Studien wie DiRECT erreichte ein Teil der Teilnehmenden nach einer Abnahme von 10 bis 15 kg eine Remission, also normale Blutzuckerwerte ohne Medikamente. Bewegung verbessert die Insulinwirkung direkt, schon ein Spaziergang nach dem Essen senkt den Blutzuckeranstieg.

Wann fachliche Einordnung wichtig ist

Häufige Missverständnisse

  • Diabetes Typ 2 entsteht durch viele Faktoren und nicht allein durch Zucker.
  • Obst ist nicht verboten. Ganze Früchte in üblichen Mengen passen gut in den Speiseplan.
  • Blutzuckerfreundlich bedeutet nicht kohlenhydratfrei.
  • Auch schlanke Menschen können Typ-2-Diabetes bekommen.

Für Fachkräfte

Die Nationale VersorgungsLeitlinie empfiehlt individualisierte Therapieziele und eine strukturierte Schulung für alle Menschen mit Typ-2-Diabetes. Eine spezielle Diabetesdiät gibt es nicht. Verschiedene Ernährungsmuster wie mediterrane, pflanzenbetonte oder kohlenhydratreduzierte Kost können wirksam sein, wenn sie dauerhaft umsetzbar sind. Die DiRECT-Studie zeigte, dass eine deutliche Gewichtsabnahme von 10 bis 15 kg bei kurzer Diabetesdauer bei vielen Betroffenen zu einer Remission führen kann.

In der Beratung sind die Medikation und das Unterzuckerungsrisiko zu berücksichtigen. Unter Insulin und Sulfonylharnstoffen erfordern Fasten, Sport und Kohlenhydratreduktion eine Dosisanpassung. Unter SGLT2-Hemmern (SGLT2: Natrium-Glukose-Cotransporter 2) kann eine sehr kohlenhydratarme oder ketogene Ernährung eine euglykäme Ketoazidose begünstigen. Vertiefend: Beratungsleitfaden Typ-2-Diabetes.

Verwandte Begriffe

Quellen