Insulinresistenz bedeutet, dass Muskel-, Fett- und Leberzellen schlechter auf das Hormon Insulin ansprechen. Insulin sorgt dafür, dass Zucker aus dem Blut in die Zellen gelangt. Reagieren die Zellen weniger empfindlich, schüttet die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin aus, um den Blutzucker im Normalbereich zu halten.
Warum ist das wichtig?
Eine Insulinresistenz entwickelt sich oft über Jahre, ohne dass sie bemerkt wird. Solange die Bauchspeicheldrüse gegensteuern kann, bleibt der Blutzucker normal. Lässt ihre Leistung nach, steigt er an. Aus der Insulinresistenz werden dann Prädiabetes und später Diabetes Typ 2.
Insulinresistenz hängt eng mit Bauchfett, Fettleber, Bluthochdruck und erhöhten Blutfetten zusammen. Zusammen bilden sie das metabolische Syndrom. Bei Frauen tritt sie häufig im Rahmen des polyzystischen Ovarsyndroms (PCOS) auf.
Zahlen und Referenzwerte
Für die Insulinresistenz gibt es keinen einzelnen Standardtest. Häufig wird der HOMA-Index (HOMA: Homeostasis Model Assessment) aus Nüchterninsulin und Nüchternblutzucker berechnet. Seine Grenzwerte sind aber nicht einheitlich festgelegt. Ärzt:innen beurteilen deshalb das Gesamtbild aus Taillenumfang, Blutzucker, HbA1c (HbA1c: Langzeitblutzuckerwert), Blutfetten, Blutdruck und Leberwerten.
Was bedeutet das im Alltag?
Die Insulinwirkung lässt sich gut verbessern. Am stärksten wirken Bewegung und eine Verringerung von Bauchfett. Arbeitende Muskeln nehmen Zucker teilweise auch ohne Insulin auf, und Krafttraining vergrößert diesen Zuckerspeicher.
Günstig ist eine ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkorn, Hülsenfrüchten, Gemüse, Nüssen und ausreichend Protein. Zuckergesüßte Getränke, Weißmehlprodukte und große Portionen schnell verfügbarer Kohlenhydrate sollten selten auf dem Speiseplan stehen. Auch ausreichend Schlaf und weniger Dauerstress verbessern die Insulinwirkung.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
- Insulinresistenz ist noch kein Diabetes, aber ein wichtiges Warnsignal.
- Kohlenhydrate müssen nicht komplett gemieden werden. Qualität und Menge zählen.
- Bewegung verbessert die Insulinwirkung oft schneller als eine Gewichtsabnahme.
- Nahrungsergänzungsmittel wie Zimt- oder Chromkapseln ersetzen keine Lebensstiländerung.