Der HbA1c (Langzeitblutzuckerwert) ist ein Laborwert, der den durchschnittlichen Blutzucker der letzten acht bis zwölf Wochen widerspiegelt. Er misst, welcher Anteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin mit Zucker verbunden ist. Je höher der Blutzucker über längere Zeit ist, desto mehr Hämoglobin wird verzuckert. Deshalb wird er auch Langzeitblutzucker genannt.
Warum ist das wichtig?
Der HbA1c dient zur Diagnose von Diabetes und Prädiabetes und zur Kontrolle der Behandlung. Anders als ein einzelner Blutzuckerwert wird er kaum durch eine Mahlzeit oder Stress am Messtag beeinflusst. Ein dauerhaft erhöhter HbA1c ist mit Schäden an Augen, Nieren, Nerven und Gefäßen verbunden. Umgekehrt sinkt das Risiko für diese Folgen, wenn der Wert gesenkt wird.
Zahlen und Referenzwerte
Angegeben wird der HbA1c in Prozent oder in mmol/mol. Unter 5,7 Prozent gilt er als normal, zwischen 5,7 und 6,4 Prozent spricht man von Prädiabetes. Ab 6,5 Prozent, das entspricht 48 mmol/mol, liegt ein Diabetes vor. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes empfiehlt die Nationale Versorgungsleitlinie individuelle Zielwerte, meist in einem Bereich zwischen 6,5 und 8,0 Prozent, abhängig von Alter, Begleiterkrankungen und Risiko für Unterzuckerungen.
Was bedeutet das im Alltag?
Ernährung, Bewegung und Gewichtsabnahme können den HbA1c deutlich senken. Eine ballaststoffreiche Kost mit Vollkorn, Gemüse und Hülsenfrüchten, wenig zuckerhaltigen Getränken und regelmäßige Bewegung wirken zusammen. Veränderungen werden erst nach einigen Wochen sichtbar. Eine Kontrolle etwa alle drei Monate ist bei Diabetes üblich.
Wer besonders betroffen ist
Menschen mit Übergewicht, Bewegungsmangel, familiärer Vorbelastung oder früherem Schwangerschaftsdiabetes sollten ihren HbA1c regelmäßig kontrollieren lassen, etwa beim Check-up.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
Ein guter HbA1c bedeutet nicht automatisch stabile Werte. Häufige Unterzuckerungen und hohe Spitzen können sich im Durchschnitt ausgleichen. Kontinuierliche Glukosemessungen zeigen deshalb zusätzlich, wie viel Zeit im Zielbereich verbracht wird.