Blutbild

Das Blutbild ist eine der häufigsten Laboruntersuchungen. Das kleine Blutbild erfasst die Zahl der roten und weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen, den roten Blutfarbstoff Hämoglobin und einige daraus abgeleitete Werte. Beim großen Blutbild werden zusätzlich die Untergruppen der weißen Blutkörperchen bestimmt.

Warum ist das wichtig?

Mit Blick auf die Ernährung zeigt das Blutbild vor allem eine Blutarmut (Anämie). Dabei ist zu wenig Hämoglobin vorhanden, das Blut transportiert weniger Sauerstoff, und es kommt zu Müdigkeit, Blässe, Kurzatmigkeit und geringer Belastbarkeit.

Die Größe der roten Blutkörperchen, der MCV-Wert (MCV: mittleres Volumen der roten Blutkörperchen), gibt wichtige Hinweise auf die Ursache:

Größe der roten BlutkörperchenMögliche Ursachen mit Ernährungsbezug
klein (mikrozytär)Eisenmangel, selten Kupfermangel
groß (makrozytär)Mangel an Vitamin B12 oder Folat, regelmäßiger Alkoholkonsum
normal groß (normozytär)chronische Entzündungen oder Erkrankungen, Mangelernährung, Mischformen mehrerer Mängel

Eisen, Vitamin B12 und Folat werden alle für die Blutbildung gebraucht. Eisen ist Baustein des Hämoglobins, Vitamin B12 und Folat sind für die Zellteilung nötig. Fehlt einer dieser Nährstoffe, bildet das Knochenmark zu wenige oder fehlerhafte rote Blutkörperchen.

Zahlen und Referenzwerte

Typische Orientierungswerte für Erwachsene, die je nach Labor abweichen können:

WertBedeutungOrientierung
Hämoglobin (Hb)roter BlutfarbstoffFrauen etwa 12 bis 16 g/dl, Männer etwa 13 bis 17 g/dl
Erythrozytenrote BlutkörperchenFrauen etwa 4,0 bis 5,2, Männer etwa 4,5 bis 5,9 Millionen pro µl
MCVGröße der roten Blutkörperchenetwa 80 bis 96 fl
Leukozytenweiße Blutkörperchenetwa 4.000 bis 10.000 pro µl
ThrombozytenBlutplättchenetwa 150.000 bis 400.000 pro µl

In der Schwangerschaft liegt der Hämoglobinwert durch die Blutverdünnung normalerweise etwas niedriger. Bei Ausdauersportler:innen kann er aus demselben Grund leicht erniedrigt sein, ohne dass ein Mangel besteht.

Weitere Ursachen mit Ernährungsbezug

  • Alkohol: Regelmäßiger Konsum vergrößert die roten Blutkörperchen und stört die Folatverwertung. Ein erhöhter MCV-Wert kann ein früher Hinweis sein.
  • Kupfermangel: Er ist selten, kann aber durch dauerhaft hoch dosierte Zinkpräparate oder nach Magen-Darm-Operationen entstehen und neben einer Anämie auch die weißen Blutkörperchen senken.
  • Mangelernährung: Bei zu geringer Energie- und Proteinzufuhr, etwa im Alter oder bei Essstörungen, können alle Zellreihen im Blutbild absinken.
  • Chronische Entzündung: Bei entzündlichen Erkrankungen hält der Körper Eisen zurück. Dann kann trotz gefüllter Speicher eine Anämie entstehen. Das CRP (CRP: C-reaktives Protein) hilft bei der Einordnung.

Was bedeutet das im Alltag?

Ein normales Blutbild schließt einen beginnenden Nährstoffmangel nicht aus. Leere Eisenspeicher zeigen sich zuerst am Ferritin, bevor das Hämoglobin sinkt. Ein Vitamin-B12-Mangel kann die Nerven schädigen, bevor sich das Blutbild verändert, besonders wenn gleichzeitig viel Folat aufgenommen wird. Liegen Eisenmangel und B12- oder Folatmangel gleichzeitig vor, können sich die Effekte auf die Zellgröße aufheben und der MCV-Wert normal wirken.

Wann fachliche Einordnung wichtig ist

Häufige Missverständnisse

  • Ein leicht abweichender Wert ist nicht automatisch krankhaft.
  • Das Blutbild zeigt keinen Vitaminstatus direkt an. Dafür braucht es gezielte Laborwerte.
  • Hämoglobin im Normbereich bedeutet nicht, dass die Eisenspeicher gefüllt sind.
  • Ein normaler MCV-Wert schließt einen Mangel nicht aus, wenn mehrere Mängel zusammenkommen.

Verwandte Begriffe

Quellen