Ferritin

Ferritin ist ein Eiweiß, das Eisen im Körper speichert, vor allem in Leber, Milz und Knochenmark. Ein kleiner Teil gelangt ins Blut und lässt sich dort messen. Der Ferritinwert spiegelt daher die Größe der Eisenspeicher wider und ist der wichtigste Laborwert, um einen Eisenmangel zu erkennen.

Warum ist das wichtig?

Ein Eisenmangel entwickelt sich schrittweise. Zuerst leeren sich die Speicher, was am sinkenden Ferritin sichtbar wird. Erst später fehlt Eisen für die Blutbildung, und eine Blutarmut entsteht. Ferritin zeigt einen Mangel also früher als das Blutbild. Allerdings ist Ferritin auch ein Akute-Phase-Eiweiß. Bei Entzündungen, Infekten, Lebererkrankungen und Tumoren steigt es an und kann einen Eisenmangel verschleiern.

Zahlen und Referenzwerte

Die Referenzbereiche unterscheiden sich je nach Labor, Alter und Geschlecht. Werte unter 15 µg/l zeigen nach WHO-Kriterien (WHO: Weltgesundheitsorganisation) leere Eisenspeicher an. Viele Fachleute sehen bereits Werte unter 30 µg/l als Hinweis auf einen Eisenmangel, besonders bei Beschwerden. Bei gleichzeitiger Entzündung kann ein Eisenmangel auch bei Werten bis 100 µg/l vorliegen. Deshalb wird Ferritin oft zusammen mit dem CRP (CRP: C-reaktives Protein) und der Transferrinsättigung beurteilt.

Was bedeutet das im Alltag?

Bei niedrigem Ferritin hilft eine eisenbewusste Ernährung mit Fleisch, Hülsenfrüchten, Vollkorn, Haferflocken und Nüssen, kombiniert mit Vitamin C. Kaffee und Tee sind besser zeitversetzt zu den Mahlzeiten. Bei deutlichem Mangel reicht die Ernährung allein meist nicht, dann verordnet die Ärztin oder der Arzt Eisenpräparate. Nach einigen Wochen bis Monaten wird kontrolliert, ob sich die Speicher gefüllt haben.

Wer besonders betroffen ist

Niedrige Ferritinwerte haben häufig Frauen mit starker Regelblutung, Schwangere, Jugendliche, Menschen mit vegetarischer oder veganer Ernährung, Ausdauersportler, regelmäßige Blutspender und Menschen mit Darmerkrankungen.

Wann fachliche Einordnung wichtig ist

Häufige Missverständnisse

Eisenpräparate auf Verdacht einzunehmen, ist nicht sinnvoll. Ein Zuviel an Eisen kann Organe schädigen. Auch ist ein normaler Hämoglobinwert kein Beweis für volle Eisenspeicher.

Verwandte Begriffe

Quellen