Vitamin-D-Mangel

Ein Vitamin-D-Mangel liegt vor, wenn der Körper über längere Zeit zu wenig Vitamin D zur Verfügung hat. Da der Körper Vitamin D vor allem selbst in der Haut bildet, entsteht ein Mangel meist durch zu wenig Sonnenlicht und selten durch die Ernährung allein.

Warum ist das wichtig?

Vitamin D ist für den Knochenstoffwechsel unverzichtbar. Ein ausgeprägter Mangel führt bei Kindern zu Rachitis und bei Erwachsenen zu Knochenerweichung (Osteomalazie). Er begünstigt Osteoporose, Muskelschwäche und Stürze im Alter. Für viele weitere Erkrankungen, die mit niedrigen Vitamin-D-Werten in Verbindung gebracht werden, ist ein Nutzen von Präparaten bei gesunden Menschen nicht belegt.

Zahlen und Referenzwerte

Die Versorgung wird über den Blutwert 25-Hydroxy-Vitamin-D bestimmt, kurz 25(OH)D.

25(OH)D im BlutEinordnungAnteil der Erwachsenen in Deutschland
unter 30 nmol/l (12 ng/ml)mangelhaftetwa 30 %
30 bis unter 50 nmol/lsuboptimaletwa 31 %
ab 50 nmol/l (20 ng/ml)ausreichendetwa 38 %

Die Werte stammen aus der DEGS1-Studie (DEGS1: Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland) des Robert Koch-Instituts. Der Vitamin-D-Spiegel schwankt stark mit der Jahreszeit und ist im Spätwinter am niedrigsten.

Was bedeutet das im Alltag?

Von März bis Oktober reicht es meist, Gesicht, Hände und Arme zwei- bis dreimal pro Woche für kurze Zeit ohne Sonnenschutz der Sonne auszusetzen, ohne einen Sonnenbrand zu riskieren. Lebensmittel wie fetter Fisch, Eier und Pilze tragen nur wenig bei. Bei nachgewiesenem Mangel oder fehlender Eigenbildung empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) ein Präparat mit 20 µg (800 I.E.) pro Tag.

Wer besonders betroffen ist

  • ältere Menschen, besonders in Pflegeeinrichtungen
  • Menschen, die sich wenig im Freien aufhalten oder ihre Haut bedecken
  • Menschen mit dunkler Hautfarbe
  • Menschen mit starkem Übergewicht
  • Menschen mit chronischen Darm-, Leber- oder Nierenerkrankungen
  • Säuglinge, die deshalb im ersten Lebensjahr eine Vitamin-D-Tablette erhalten

Wann fachliche Einordnung wichtig ist

Häufige Missverständnisse

  • Ein niedriger Wert im Winter ist häufig und nicht automatisch behandlungsbedürftig.
  • Hohe Dosen schützen gesunde Menschen nicht vor Infekten oder Krebs.
  • Über die Ernährung allein lässt sich ein Mangel kaum ausgleichen.

Verwandte Begriffe

Quellen