TSH steht für Thyreoidea-stimulierendes Hormon. Es wird in der Hirnanhangdrüse gebildet und regt die Schilddrüse an, ihre Hormone T3 und T4 zu produzieren. Der TSH-Wert ist meist der erste Laborwert, der bei Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung bestimmt wird.
Warum ist das wichtig?
TSH und Schilddrüsenhormone regeln sich gegenseitig. Arbeitet die Schilddrüse zu wenig, steigt TSH an, um sie anzutreiben. Arbeitet sie zu viel, sinkt TSH. Ein erhöhter Wert deutet deshalb auf eine Unterfunktion hin, ein erniedrigter auf eine Überfunktion. Eine Unterfunktion kann zu Müdigkeit, Frieren, Gewichtszunahme und Verstopfung führen, eine Überfunktion zu Unruhe, Herzrasen und Gewichtsverlust.
Zahlen und Referenzwerte
Der Referenzbereich unterscheidet sich je nach Labor. Häufig liegt er bei Erwachsenen etwa zwischen 0,4 und 4,0 mU/l. Bei älteren Menschen und in der Schwangerschaft gelten teils andere Grenzen. Zur genaueren Einordnung werden oft zusätzlich die freien Schilddrüsenhormone fT3 und fT4 sowie Antikörper bestimmt.
Was bedeutet das im Alltag?
Die Schilddrüse braucht Jod, um ihre Hormone zu bilden, und Selen für deren Aktivierung. Jodsalz, Milchprodukte und Seefisch sichern die Jodversorgung. Bei der häufigen Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis gibt es keine spezielle Diät mit belegtem Nutzen. Eine ausgewogene Ernährung und die ärztlich eingestellte Hormontherapie stehen im Vordergrund.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
- Eine Schilddrüsenunterfunktion erklärt nicht jede Gewichtszunahme.
- Bei Hashimoto muss Jodsalz nicht grundsätzlich gemieden werden. Das sollte individuell besprochen werden.
- Glutenfreie Ernährung hilft bei Hashimoto nur, wenn zusätzlich eine Zöliakie besteht.
Für Fachkräfte
Der TSH-Wert ist der empfindlichste Suchtest für Funktionsstörungen der Schilddrüse. Referenzbereiche liegen je nach Labor etwa zwischen 0,4 und 4,0 mU/l und steigen im höheren Lebensalter an. In der Schwangerschaft gelten trimesterspezifische Bereiche. Ein isoliert leicht erhöhter TSH-Wert sollte vor einer Therapieentscheidung kontrolliert und zusammen mit fT4 und gegebenenfalls Antikörpern beurteilt werden.
Für die Beratung ist wichtig, dass hochdosierte Biotinpräparate zu falschen TSH- und fT4-Werten führen können und einige Tage vor der Blutentnahme pausiert werden sollten. Auch akute Erkrankungen, Glukokortikoide und die Tageszeit beeinflussen den Wert. Die Ernährungsberatung kann Jodversorgung, Gewichtsmanagement und Einnahmehinweise zu Levothyroxin aufgreifen, die Therapie selbst bleibt ärztliche Aufgabe.