Wechselwirkungen mit Medikamenten

Nahrungsergänzungsmittel können die Wirkung von Medikamenten abschwächen, verstärken oder Laborwerte verfälschen. Umgekehrt können manche Medikamente den Bedarf an bestimmten Nährstoffen erhöhen. Diese Wechselwirkungen werden oft unterschätzt, weil Präparate frei verkäuflich sind und selten in der Medikamentenliste auftauchen.

Warum ist das wichtig?

Besonders betroffen sind Menschen, die dauerhaft mehrere Medikamente einnehmen, etwa ältere Menschen oder Menschen mit chronischen Erkrankungen. Schon eine zeitgleiche Einnahme kann ausreichen, damit ein Medikament schlechter aufgenommen wird.

Bekannte Wechselwirkungen

NahrungsergänzungMedikamentMögliche Folge
Vitamin KGerinnungshemmer vom Cumarin-Typ (etwa Phenprocoumon)Wirkung des Gerinnungshemmers wird abgeschwächt
Calcium, Magnesium, Eisen, ZinkSchilddrüsenhormone, Bisphosphonate, bestimmte AntibiotikaMedikament wird schlechter aufgenommen, zeitlicher Abstand von mehreren Stunden nötig
Omega-3 in hoher DosisGerinnungshemmerBlutungsneigung kann steigen
Kaliumbestimmte Blutdruckmittel und kaliumsparende Entwässerungsmittelgefährlich hoher Kaliumspiegel möglich
JohanniskrautPille, Blutverdünner, Antidepressiva und viele weitereWirkung der Medikamente kann deutlich sinken
Biotin in hoher Dosiskeine Wirkung auf Medikamente, aber auf Labortestsfalsche Werte etwa bei Schilddrüse oder Herzmarkern

Manche Medikamente senken außerdem die Versorgung mit Nährstoffen. Metformin und Magensäureblocker können auf Dauer die Aufnahme von Vitamin B12 verringern. Einige Entwässerungsmittel erhöhen die Ausscheidung von Kalium und Magnesium.

Was bedeutet das im Alltag?

Alle Präparate gehören auf die Medikamentenliste, auch Vitamine, Mineralstoffe und pflanzliche Mittel. Bei neuen Medikamenten lohnt die Frage in der Apotheke, ob sich etwas mit den bisherigen Präparaten verträgt.

Wann fachliche Einordnung wichtig ist

Häufige Missverständnisse

  • Pflanzliche Präparate sind nicht automatisch frei von Wechselwirkungen.
  • Wechselwirkungen betreffen nicht nur hohe Dosen. Oft zählt schon der Einnahmezeitpunkt.
  • Ärzt:innen wissen nicht automatisch von frei gekauften Präparaten.

Verwandte Begriffe

Quellen