Kalium ist ein Mineralstoff, der sich vor allem im Inneren der Körperzellen befindet. Er ist wichtig für die Erregbarkeit von Nerven und Muskeln, den Herzrhythmus, den Wasserhaushalt und einen gesunden Blutdruck. Kalium wirkt dabei in vielen Punkten als Gegenspieler von Natrium.
Warum ist das wichtig?
Eine kaliumreiche Ernährung senkt den Blutdruck, besonders wenn gleichzeitig wenig Salz gegessen wird. Beobachtungsstudien verbinden eine hohe Kaliumzufuhr mit einem geringeren Schlaganfallrisiko. Dieser Effekt ist ein wichtiger Grund, warum Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte in der DASH-Ernährung (DASH: Dietary Approaches to Stop Hypertension) so viel Raum einnehmen. Sowohl zu niedrige als auch zu hohe Kaliumspiegel im Blut können gefährliche Herzrhythmusstörungen auslösen.
Zahlen und Referenzwerte
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt für Erwachsene einen Schätzwert von 4.000 Milligramm Kalium am Tag an. Viele Menschen in Deutschland, besonders Frauen, liegen darunter. Reich an Kalium sind Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Spinat, Mangold, Pilze, Bananen, Aprikosen und Trockenobst, Nüsse und Vollkornprodukte.
Was bedeutet das im Alltag?
Wer täglich reichlich Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Vollkorn isst, erreicht den Schätzwert ohne Mühe. Kalium ist wasserlöslich und geht beim Kochen ins Wasser über. Dämpfen oder das Mitverwenden des Kochwassers erhält mehr davon. Stark verarbeitete Lebensmittel enthalten oft viel Natrium und wenig Kalium und verschieben das Verhältnis ungünstig.
Wer besonders betroffen ist
Verluste entstehen bei Durchfall, Erbrechen, Missbrauch von Abführmitteln und durch bestimmte harntreibende Medikamente. Zu hohe Werte drohen dagegen bei eingeschränkter Nierenfunktion sowie bei Medikamenten wie ACE-Hemmern (ACE: Angiotensin-Converting-Enzym), Sartanen oder kaliumsparenden Entwässerungsmitteln.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
Bananen gelten als Kaliumwunder, liefern aber nicht mehr als viele Gemüse und Hülsenfrüchte. Muskelkrämpfe beruhen selten auf Kaliummangel, weshalb Präparate ohne gemessenen Mangel nicht sinnvoll sind.