Phosphor liegt im Körper vor allem als Phosphat vor. Rund 85 Prozent davon sind zusammen mit Calcium in Knochen und Zähnen eingebaut. Der Rest ist in allen Zellen unverzichtbar, als Baustein der Erbsubstanz und der Zellmembranen, als Energieträger ATP (Adenosintriphosphat) und als Puffer im Säure-Basen-Haushalt.
Warum ist das wichtig?
Phosphor ist in fast allen Lebensmitteln enthalten, ein Mangel durch die Ernährung kommt deshalb praktisch nicht vor. Eher ist die Frage, ob wir zu viel aufnehmen. Phosphatzusätze in verarbeiteten Lebensmitteln werden fast vollständig aufgenommen und erhöhen die Zufuhr erheblich. Bei gesunden Nieren wird der Überschuss ausgeschieden. Bei eingeschränkter Nierenfunktion steigt der Phosphatspiegel dagegen an, was Gefäßverkalkungen und Knochenschäden fördert.
Zahlen und Referenzwerte
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat 2024 ihren Schätzwert für Erwachsene auf 550 Milligramm Phosphor am Tag gesenkt, zuvor waren es 700 Milligramm. Die tatsächliche Zufuhr liegt in Deutschland im Schnitt deutlich darüber, oft beim Doppelten. Natürliche Quellen sind Milch und Käse, Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte, Nüsse und Vollkornprodukte.
Was bedeutet das im Alltag?
Phosphatzusätze tragen die E-Nummern E 338 bis E 341 sowie E 450 bis E 452. Sie stecken in Schmelzkäse, Wurst und Schinken, Fertiggerichten, Backmischungen und Cola-Getränken. Aus pflanzlichen Lebensmitteln wird Phosphor nur teilweise aufgenommen, weil er dort an Phytat gebunden ist. Eine Ernährung mit wenig stark verarbeiteten Produkten hält die Zufuhr in einem vernünftigen Rahmen.
Wer besonders betroffen ist
Für Menschen mit chronischer Nierenerkrankung ist Phosphat ein zentrales Thema der Ernährungstherapie. Ein Mangel an Phosphat im Blut kann bei schwerer Mangelernährung und beim Wiederbeginn des Essens nach langem Hungern auftreten, dem sogenannten Refeeding-Syndrom.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
Phosphat in Cola wird oft als Knochenräuber bezeichnet. Für Gesunde mit guter Calciumversorgung ist der Effekt gering. Ungünstiger ist, dass Cola häufig Milch als Getränk verdrängt.