Chlorid ist ein Mineralstoff und kommt im Körper vor allem gelöst in den Flüssigkeiten außerhalb der Zellen vor. Zusammen mit Natrium regelt es den Wasserhaushalt, den Blutdruck und das Säure-Basen-Gleichgewicht. Außerdem ist Chlorid Bestandteil der Magensäure, die für die Verdauung von Eiweiß und die Abwehr von Keimen gebraucht wird.
Warum ist das wichtig?
Chlorid wird fast ausschließlich als Natriumchlorid, also Kochsalz, aufgenommen. Die Versorgung hängt deshalb eng mit dem Salzverzehr zusammen. Da die meisten Menschen in Deutschland eher zu viel als zu wenig Salz essen, ist ein Chloridmangel durch die Ernährung praktisch ausgeschlossen. Verluste entstehen vor allem bei starkem Erbrechen, anhaltendem Durchfall, übermäßigem Schwitzen oder durch harntreibende Medikamente.
Zahlen und Referenzwerte
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt für Erwachsene einen Schätzwert von 2.300 Milligramm Chlorid am Tag an. Das entspricht dem Chloridanteil von knapp 4 Gramm Kochsalz. Tatsächlich nehmen Erwachsene in Deutschland im Schnitt deutlich mehr auf, weil sie meist 8 bis 10 Gramm Salz am Tag essen.
Was bedeutet das im Alltag?
Wer auf den Salzkonsum achtet, reguliert automatisch auch die Chloridzufuhr. Die größten Salzquellen sind Brot, Wurst, Käse, Fertiggerichte, Snacks und Restaurantessen. Kräuter, Gewürze und Zitronensaft helfen, mit weniger Salz auszukommen. Nach starkem Durchfall oder Erbrechen gleichen Rehydrationslösungen Verluste an Chlorid und anderen Salzen gezielt aus.
Wer besonders betroffen ist
Säuglinge und ältere Menschen können bei Magen-Darm-Infekten schnell Salze und Flüssigkeit verlieren. Menschen mit Mukoviszidose verlieren über den Schweiß besonders viel Kochsalz.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
Chlorid in Lebensmitteln hat nichts mit dem Chlor im Schwimmbad zu tun. Das giftige Gas Chlor und das Salz Chlorid sind chemisch verschiedene Stoffe.