Bluthochdruck

Bluthochdruck, medizinisch Hypertonie, bedeutet, dass der Druck in den Blutgefäßen dauerhaft erhöht ist. Er verursacht lange keine Beschwerden und bleibt deshalb oft unbemerkt. Je nach Erhebung ist in Deutschland rund ein Drittel bis fast die Hälfte der Erwachsenen betroffen, im höheren Alter deutlich mehr.

Warum ist das wichtig?

Ein dauerhaft hoher Druck schädigt die Gefäßwände. Das erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche, Nierenschäden und Demenz. Gleichzeitig lässt sich Bluthochdruck gut beeinflussen: Lebensstil und, falls nötig, Medikamente senken das Risiko deutlich.

Zahlen und Referenzwerte

Als Bluthochdruck gilt in der Arztpraxis ein Wert ab 140/90 mmHg, wenn er wiederholt gemessen wird. Bei Messungen zu Hause liegt die Grenze etwas niedriger, bei etwa 135/85 mmHg. Die aktuelle europäische Leitlinie bewertet bereits Werte ab 120/70 mmHg als erhöht und empfiehlt dann Lebensstilmaßnahmen. Welcher Zielwert passt, wird individuell festgelegt.

MaßnahmeMögliche Senkung des oberen Werts
Gewichtsabnahmeetwa 1 mmHg pro Kilogramm
DASH-Ernährung (DASH: Dietary Approaches to Stop Hypertension)etwa 5 bis 11 mmHg
weniger Salzetwa 2 bis 6 mmHg
regelmäßige Ausdauerbewegungetwa 4 bis 8 mmHg
weniger Alkoholetwa 2 bis 4 mmHg

Die Werte sind grobe Orientierungen aus Studien bei Menschen mit Bluthochdruck. Die Effekte addieren sich teilweise.

Was bedeutet das im Alltag?

Günstig ist eine Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen, fettarmen Milchprodukten und pflanzlichen Ölen, wie sie die DASH-Ernährung beschreibt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt höchstens 6 g Salz am Tag. Viele Menschen essen deutlich mehr, vor allem über Brot, Wurst, Käse und Fertiggerichte. Kaliumreiche Lebensmittel wie Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte wirken dem Salz entgegen.

Wer besonders betroffen ist

Das Risiko steigt mit dem Alter, bei Übergewicht, Bewegungsmangel, hohem Salz- und Alkoholkonsum, Diabetes, Nierenerkrankungen und familiärer Vorbelastung. Männer sind in jüngeren Jahren häufiger betroffen, Frauen holen nach den Wechseljahren auf. In der Schwangerschaft kann ein erhöhter Blutdruck auf eine Präeklampsie hinweisen und muss ärztlich beobachtet werden.

Wann fachliche Einordnung wichtig ist

Häufige Missverständnisse

  • Bluthochdruck verursacht meist keine spürbaren Beschwerden.
  • Salz ist ein wichtiger, aber nicht der einzige Einflussfaktor.
  • Wer Medikamente nimmt, profitiert trotzdem von Ernährung und Bewegung.

Für Fachkräfte

Die Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie nennt Lebensstilmaßnahmen als Basis jeder Therapie. Zu den wirksamsten gehören Gewichtsabnahme, Salzreduktion auf etwa 5 bis 6 g am Tag, eine kaliumreiche Ernährung im Sinne der DASH-Kost, Alkoholreduktion und regelmäßige Ausdauerbewegung. Pro Kilogramm Gewichtsverlust sinkt der systolische Blutdruck im Mittel um etwa 1 mmHg.

In der Beratung helfen Blutdruck-Selbstmessungen zu Hause, Erfolge sichtbar zu machen. Salzquellen werden am besten anhand eines typischen Tages besprochen, da Brot, Wurst, Käse und Fertigprodukte den größten Anteil liefern. Kaliumreiche Kost und kaliumhaltige Diätsalze sind bei eingeschränkter Nierenfunktion und unter ACE-Hemmern (ACE: Angiotensin-Converting-Enzym), Sartanen oder kaliumsparenden Diuretika mit der behandelnden Praxis abzustimmen.

Verwandte Begriffe

Quellen