HDL-Cholesterin

HDL steht für High-Density-Lipoprotein. Diese Transportteilchen nehmen überschüssiges Cholesterin aus Geweben und Gefäßwänden auf und bringen es zur Leber, wo es abgebaut oder ausgeschieden wird. Deshalb wird HDL oft als „gutes Cholesterin“ bezeichnet.

Warum ist das wichtig?

In Beobachtungsstudien haben Menschen mit niedrigem HDL ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein niedriges HDL ist häufig Teil eines metabolischen Syndroms mit Bauchfett, erhöhten Triglyceriden und Insulinresistenz. Medikamente, die das HDL gezielt anheben, haben in großen Studien jedoch keine Herzinfarkte verhindert. HDL gilt deshalb heute eher als Anzeiger für den Stoffwechselzustand und weniger als eigenes Behandlungsziel.

Zahlen und Referenzwerte

Als günstig gelten HDL-Werte über 40 mg/dl bei Männern und über 50 mg/dl bei Frauen. Frauen haben vor den Wechseljahren meist höhere Werte. Sehr hohe HDL-Werte, etwa über 90 bis 100 mg/dl, sind nicht automatisch schützend und gehen in einigen Studien sogar mit einem höheren Risiko einher.

Was bedeutet das im Alltag?

Regelmäßige Ausdauerbewegung, eine Gewichtsabnahme bei Übergewicht und Rauchstopp heben das HDL moderat an. Der Austausch von Zucker und Weißmehl gegen Vollkorn, Hülsenfrüchte und ungesättigte Fette verbessert das gesamte Blutfettprofil. Alkohol erhöht das HDL zwar etwas, bringt aber keinen gesundheitlichen Vorteil und wird deshalb nicht empfohlen.

Wer besonders betroffen ist

Niedrige HDL-Werte finden sich häufig bei Menschen mit Typ-2-Diabetes, Übergewicht, Bewegungsmangel, bei Rauchenden und bei Frauen mit PCOS (PCOS: polyzystisches Ovarsyndrom).

Wann fachliche Einordnung wichtig ist

Häufige Missverständnisse

Ein hohes HDL gleicht ein hohes LDL nicht aus. Entscheidend für die Behandlung ist in erster Linie das LDL-Cholesterin. Auch der Quotient aus Gesamtcholesterin und HDL wird heute seltener für Therapieentscheidungen genutzt.

Verwandte Begriffe

Quellen