Eine Fettstoffwechselstörung, fachlich Dyslipidämie, liegt vor, wenn die Blutfette dauerhaft außerhalb des günstigen Bereichs liegen. Dazu zählen ein erhöhtes LDL-Cholesterin (LDL: Low-Density-Lipoprotein), erhöhte Triglyceride, ein erniedrigtes HDL-Cholesterin (HDL: High-Density-Lipoprotein) und ein erhöhtes Lipoprotein(a). Oft treten mehrere Veränderungen gleichzeitig auf.
Warum ist das wichtig?
Fettstoffwechselstörungen verursachen keine Beschwerden, fördern aber über Jahre die Arteriosklerose. Sie sind damit ein Hauptrisikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall. Ursachen sind Veranlagung, Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel, Alkohol sowie Erkrankungen wie Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion oder Nierenerkrankungen. Eine erbliche Form ist die familiäre Hypercholesterinämie, die etwa einen von 250 bis 300 Menschen betrifft und oft lange unerkannt bleibt.
Zahlen und Referenzwerte
Welche Werte als behandlungsbedürftig gelten, hängt vom persönlichen Gesamtrisiko ab. Für Triglyceride gelten nüchtern Werte unter 150 mg/dl als günstig. Lipoprotein(a) ist überwiegend genetisch bestimmt. Fachgesellschaften empfehlen, es mindestens einmal im Leben zu messen, da Werte über etwa 50 mg/dl das Risiko deutlich erhöhen.
Was bedeutet das im Alltag?
Ernährung wirkt je nach Blutfett unterschiedlich. Das LDL sinkt vor allem, wenn gesättigte Fette durch Pflanzenöle und Nüsse ersetzt werden und mehr lösliche Ballaststoffe aus Hafer, Gerste und Hülsenfrüchten gegessen werden. Triglyceride reagieren stark auf Alkohol, Zucker und Weißmehl sowie auf Gewichtsabnahme. Das HDL steigt leicht durch Bewegung und Rauchstopp. Lipoprotein(a) lässt sich durch Ernährung kaum beeinflussen.
Wer besonders betroffen ist
Menschen mit Herzinfarkten in jungen Jahren in der Familie, mit Diabetes, Übergewicht oder Nierenerkrankungen sollten ihre Blutfette früh und regelmäßig kontrollieren lassen. Bei familiärer Hypercholesterinämie sollten auch Kinder getestet werden.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
Schlanke Menschen können ebenfalls erhöhte Blutfette haben, besonders bei genetischer Veranlagung. Das Cholesterin aus Eiern beeinflusst den Blutspiegel bei den meisten Menschen weniger stark als gesättigte Fette.