LDL-Cholesterin

LDL steht für Low-Density-Lipoprotein. Diese Transportteilchen bringen Cholesterin von der Leber zu den Körperzellen. Ist zu viel LDL im Blut, lagern sich die Teilchen in der Gefäßwand ab und treiben die Arteriosklerose voran. Deshalb wird LDL als „schlechtes Cholesterin“ bezeichnet.

Warum ist das wichtig?

Das LDL-Cholesterin ist der am besten belegte beeinflussbare Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall. Genetische Studien, Beobachtungsdaten und große Therapiestudien zeigen übereinstimmend: Je niedriger das LDL und je länger es niedrig ist, desto geringer ist das Risiko. Ausschlaggebend ist dabei die Summe aus Höhe und Dauer der Belastung über das Leben.

Zahlen und Referenzwerte

Einen einheitlichen Normalwert gibt es nicht, der Zielwert richtet sich nach dem persönlichen Risiko. Die europäischen Leitlinien nennen für Menschen mit niedrigem Risiko unter 116 mg/dl, mit mittlerem Risiko unter 100 mg/dl, mit hohem Risiko unter 70 mg/dl und mit sehr hohem Risiko, etwa nach einem Herzinfarkt, unter 55 mg/dl. Werte ab 190 mg/dl weisen auf eine mögliche familiäre Hypercholesterinämie hin.

Was bedeutet das im Alltag?

Die Ernährung kann das LDL um etwa zehn bis zwanzig Prozent senken, wenn mehrere Maßnahmen zusammenkommen. Am wichtigsten ist der Austausch gesättigter Fettsäuren aus Butter, fettem Fleisch, Wurst und Käse gegen Pflanzenöle, Nüsse und Samen. Lösliche Ballaststoffe aus Hafer, Gerste, Hülsenfrüchten und Flohsamen binden Gallensäuren und senken das LDL zusätzlich. Soja und Nüsse tragen ebenfalls bei. Transfette sollten gemieden werden.

Wer besonders betroffen ist

Menschen mit familiärer Hypercholesterinämie haben von Geburt an stark erhöhte Werte und brauchen fast immer Medikamente. Auch bei Diabetes, Nierenerkrankungen und nach Herzinfarkt gelten strengere Ziele.

Wann fachliche Einordnung wichtig ist

Häufige Missverständnisse

Cholesterin aus Eiern erhöht das LDL bei den meisten Menschen weniger stark als gesättigte Fette. Auch ist ein niedriges LDL nicht gefährlich, das zeigen Menschen mit genetisch sehr niedrigen Werten.

Für Fachkräfte

Die Zielwerte richten sich nach der Risikokategorie der europäischen Leitlinie. Bei LDL-Werten ab 190 mg/dl oder frühen kardiovaskulären Ereignissen in der Familie sollte an eine familiäre Hypercholesterinämie gedacht und eine Kaskadentestung der Angehörigen angestoßen werden. Lipoprotein(a) sollte einmal im Leben bestimmt werden.

Das Portfolio-Konzept kombiniert Nüsse, Sojaprotein, lösliche Ballaststoffe und Pflanzensterine und senkte das LDL in Studien um etwa 20 bis 30 Prozent. Mit Pflanzensterinen angereicherte Lebensmittel senken das LDL um etwa 7 bis 10 Prozent, ein Nutzen für harte Endpunkte ist aber nicht belegt, weshalb sie nur für Menschen mit erhöhtem Cholesterin gedacht sind. Die Ernährungsberatung ergänzt die medikamentöse Therapie und sollte Adhärenz und Nebenwirkungen der Lipidsenker nicht außer Acht lassen.

Verwandte Begriffe

Quellen