Das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) ist eine der häufigsten hormonellen Störungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Nach der internationalen Leitlinie von 2023 sind etwa 10 bis 13 Prozent betroffen. Typisch sind unregelmäßige oder ausbleibende Monatsblutungen, erhöhte männliche Hormone mit Akne oder vermehrtem Haarwuchs und viele kleine Bläschen an den Eierstöcken im Ultraschall.
Warum ist das wichtig?
Viele Frauen mit PCOS haben eine Insulinresistenz, unabhängig vom Körpergewicht. Das erhöhte Insulin verstärkt die Bildung männlicher Hormone. PCOS geht mit einem höheren Risiko für Diabetes Typ 2, Schwangerschaftsdiabetes, Fettstoffwechselstörungen und unerfüllten Kinderwunsch einher.
Was bedeutet das im Alltag?
Die Leitlinie empfiehlt einen gesunden Lebensstil als Grundlage jeder Behandlung. Eine bestimmte PCOS-Diät ist anderen ausgewogenen Ernährungsformen nicht überlegen.
- Bei Übergewicht kann schon eine Abnahme von 5 bis 10 Prozent Zyklus, Blutzucker und Hormonwerte verbessern.
- Eine ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkorn, Hülsenfrüchten, Gemüse, Nüssen und ausreichend Protein unterstützt die Blutzuckerregulation.
- Regelmäßige Bewegung, besonders Kraft- und Ausdauertraining, verbessert die Insulinwirkung.
- Zuckergesüßte Getränke und Weißmehlprodukte sollten selten sein.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
- PCOS betrifft nicht nur Frauen mit Übergewicht.
- Kohlenhydrate müssen nicht komplett gemieden werden. Qualität und Menge zählen.
- Zysten im Ultraschall allein bedeuten noch kein PCOS.