Ernährung bei Kinderwunsch

Die Zeit vor einer Schwangerschaft ist eine gute Gelegenheit, die eigene Ernährung und Lebensweise in den Blick zu nehmen. Einige Weichen für die Gesundheit des Kindes werden schon in den ersten Wochen gestellt, oft bevor eine Schwangerschaft bemerkt wird.

Warum ist das wichtig?

Das Neuralrohr, aus dem sich Gehirn und Rückenmark entwickeln, schließt sich bereits in den ersten vier Wochen nach der Befruchtung. Eine gute Versorgung mit Folat senkt das Risiko für Neuralrohrdefekte wie einen offenen Rücken deutlich. Auch ein gesundes Körpergewicht vor der Schwangerschaft verringert Risiken wie Schwangerschaftsdiabetes und Bluthochdruck.

Zahlen und Referenzwerte

Frauen, die schwanger werden wollen oder könnten, sollten zusätzlich zu einer folatreichen Ernährung 400 µg Folsäure pro Tag als Präparat einnehmen. Die Einnahme sollte mindestens vier Wochen vor Beginn der Schwangerschaft starten und bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels weiterlaufen. Jodsalz im Haushalt verwenden und, nach ärztlicher Rücksprache, bereits an ein Jodpräparat denken.

Was bedeutet das im Alltag?

  • Folsäurepräparat frühzeitig starten
  • abwechslungsreich und pflanzenbetont essen mit viel Gemüse, Obst, Vollkorn und Hülsenfrüchten
  • Alkohol meiden und mit dem Rauchen aufhören, auch der Partner
  • Übergewicht oder Untergewicht möglichst schon vorher angehen
  • Impfstatus und chronische Erkrankungen ärztlich prüfen lassen

Wann fachliche Einordnung wichtig ist

Häufige Missverständnisse

  • Folsäure erst ab dem positiven Test einzunehmen, ist oft zu spät für den vollen Schutz.
  • Multivitaminpräparate mit Vitamin A in hoher Dosis sind bei Kinderwunsch ungeeignet.
  • Auch die Lebensweise des Partners beeinflusst die Fruchtbarkeit.

Verwandte Begriffe

Quellen