Jod ist ein lebensnotwendiges Spurenelement und Baustein der Schilddrüsenhormone. Diese Hormone steuern Energiestoffwechsel, Wachstum, Zellteilung, Körpertemperatur und die Entwicklung von Gehirn und Nervensystem. Deutschland gilt als Jodmangelgebiet, weil Böden und Trinkwasser wenig Jod enthalten.
Warum ist das wichtig?
Die Jodversorgung hängt in Deutschland stark davon ab, ob Jodsalz verwendet wird und wie viel Seefisch und Milchprodukte auf dem Speiseplan stehen. Studien des Robert Koch-Instituts zeigen, dass ein relevanter Teil der Bevölkerung zu wenig Jod aufnimmt. Besonders kritisch ist ein Mangel in der Schwangerschaft, weil die geistige Entwicklung des Kindes davon abhängt.
Zahlen und Referenzwerte
| Gruppe | Jod pro Tag |
|---|---|
| Erwachsene ab 19 Jahren | 150 µg |
| Schwangere | 220 µg |
| Stillende | 230 µg |
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat ihre Referenzwerte für Jod 2025 überarbeitet. Schwangere sollen zusätzlich zu Jodsalz und ausgewogener Ernährung täglich ein Präparat mit 100 µg (bis 150 µg) Jod einnehmen, Stillende 100 µg. Die Einnahme sollte ärztlich abgestimmt sein.
Was bedeutet das im Alltag?
Gute Jodquellen sind:
- Seefisch wie Seelachs, Kabeljau und Scholle
- Milch, Milchprodukte und Eier, abhängig vom Tierfutter
- jodiertes Speisesalz, am besten mit Fluorid
- Brot, Käse und Wurst, die mit Jodsalz hergestellt wurden
Beim Einkauf lohnt ein Blick auf die Zutatenliste, denn immer weniger Hersteller verwenden Jodsalz. Bei veganer Ernährung fallen Fisch und Milchprodukte weg. Jodsalz wird dann besonders wichtig, eventuell ergänzt durch ein Präparat nach Rücksprache.
Wer besonders betroffen ist
- Schwangere und Stillende
- Menschen, die vegan leben oder auf Fisch und Milchprodukte verzichten
- Haushalte, die kein Jodsalz verwenden
- Kinder und Jugendliche im Wachstum
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
- Jodsalz ersetzt keine ausgewogene Ernährung, ist aber ein wichtiger Baustein der Versorgung.
- Meersalz enthält kaum Jod.
- Jodsalz soll normales Salz ersetzen. Die gesamte Salzmenge bleibt dabei gleich.
Für Fachkräfte
Die DGE hat die Referenzwerte 2025 angepasst: 150 µg für Erwachsene, 220 µg in der Schwangerschaft und 230 µg in der Stillzeit. Schwangeren und Stillenden wird in Deutschland zusätzlich ein Jodpräparat mit 100 bis 150 µg am Tag empfohlen, sofern keine Schilddrüsenerkrankung dagegen spricht. Bei Hashimoto-Thyreoiditis ist die übliche Supplementierung in der Regel unproblematisch, sollte aber mit der behandelnden Praxis abgestimmt werden. Bei manifester Überfunktion oder Knotenstruma mit Autonomie ist Vorsicht geboten.
In der Anamnese sind Jodsalzverwendung, Milch- und Fischverzehr sowie pflanzliche Milchalternativen ohne Jodanreicherung zu erfragen. Die Jodversorgung in Deutschland hat sich in den letzten Jahren verschlechtert, auch weil Industrie und Handwerk seltener Jodsalz einsetzen. Algenprodukte können extrem hohe und schwankende Jodgehalte aufweisen.