Fluorid

Fluorid ist die gebundene Form des Elements Fluor. Im Körper ist es vor allem in Zähnen und Knochen eingelagert. Seine wichtigste Rolle ist der Schutz vor Karies. Fluorid härtet den Zahnschmelz, fördert die Wiedereinlagerung von Mineralien nach Säureangriffen und hemmt den Stoffwechsel von Kariesbakterien.

Warum ist das wichtig?

Die Kariesvorbeugung mit Fluorid gehört zu den erfolgreichsten Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge. Den größten Schutz bietet Fluorid, das direkt am Zahn wirkt, also über Zahnpasta. Zu viel Fluorid im Kindesalter, während sich die Zähne bilden, kann dagegen weiße Flecken im Zahnschmelz verursachen, die sogenannte Dentalfluorose. Deshalb kommt es auf die richtige Dosis an.

Zahlen und Referenzwerte

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat ihre Werte 2024 überarbeitet und gibt für Jugendliche und Erwachsene eine angemessene Gesamtzufuhr von 2,7 bis 3,5 Milligramm am Tag an. Eingerechnet sind dabei alle Quellen, also Lebensmittel, Getränke, fluoridiertes Speisesalz, Präparate und verschluckte Zahnpasta. Das Trinkwasser in Deutschland ist meist fluoridarm, Mineralwässer enthalten teils deutlich mehr.

Was bedeutet das im Alltag?

Für Erwachsene sind zweimal tägliches Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta und die Verwendung von Jodsalz mit Fluorid die wichtigsten Bausteine. Schwarzer und grüner Tee sowie Seefisch liefern ebenfalls Fluorid. Wer fluoridiertes Speisesalz verwendet, sollte zusätzliche Fluoridtabletten nur nach Rücksprache nehmen.

Wer besonders betroffen ist

Bei Säuglingen und Kleinkindern ist die Dosierung besonders wichtig. Nach den bundesweit abgestimmten Handlungsempfehlungen werden die Zähne ab dem ersten Zahn mit einer reiskorngroßen Menge Kinderzahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid geputzt, ab zwei Jahren mit einer erbsengroßen Menge. Alternativ sind bis zum Durchbruch der Zähne Fluoridtabletten möglich. Beide Wege sollten nicht kombiniert werden.

Wann fachliche Einordnung wichtig ist

Häufige Missverständnisse

Fluorid in Zahnpasta ist in den empfohlenen Mengen gesundheitlich unbedenklich. Behauptungen, es schade dem Gehirn oder der Schilddrüse, beruhen auf Studien mit deutlich höheren Belastungen, etwa aus Regionen mit stark fluoridhaltigem Grundwasser.

Verwandte Begriffe

Quellen