Von Durchfall spricht man, wenn der Stuhl dünnflüssig ist und mehr als dreimal am Tag entleert wird. Meist steckt ein Magen-Darm-Infekt durch Viren wie Noro- oder Rotaviren dahinter, seltener Bakterien oder Parasiten. Auch Lebensmittelvergiftungen, Medikamente wie Antibiotika, Unverträglichkeiten, Stress und chronische Darmerkrankungen können Durchfall auslösen.
Warum ist das wichtig?
Mit dem Stuhl verliert der Körper viel Wasser und Salze wie Natrium und Kalium. Ein akuter Durchfall heilt meist innerhalb weniger Tage von selbst aus. Gefährlich wird er vor allem durch Austrocknung. Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen sind besonders gefährdet, weil ihre Reserven kleiner sind und sie Durst weniger deutlich zeigen oder spüren.
Zahlen und Referenzwerte
Als akut gilt ein Durchfall bis zu zwei Wochen Dauer, ab etwa vier Wochen spricht man von chronischem Durchfall. Orale Rehydrationslösungen aus der Apotheke enthalten Glukose und Salze in einem Verhältnis, das die Aufnahme von Wasser im Darm optimal unterstützt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt sie als wichtigste Maßnahme weltweit.
Was bedeutet das im Alltag?
Viel trinken steht an erster Stelle, am besten Wasser, Kräutertee oder Rehydrationslösungen. Cola und Salzstangen sind ein verbreitetes Hausmittel, eignen sich aber schlecht, weil Cola sehr viel Zucker und kaum Kalium liefert. Sobald der Appetit zurückkehrt, darf wieder gegessen werden. Gut verträglich sind leicht verdauliche Lebensmittel wie Zwieback, Reis, Kartoffeln, Bananen, geriebener Apfel, Haferschleim und Brühe. Längeres Fasten verzögert die Erholung der Darmschleimhaut eher. Gründliches Händewaschen schützt Mitmenschen vor Ansteckung.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
Mittel, die den Darm ruhigstellen, lindern die Beschwerden, beschleunigen die Heilung aber kaum und sind bei Fieber oder blutigem Durchfall ungeeignet. Probiotika können die Dauer eines infektiösen Durchfalls bei manchen Menschen leicht verkürzen, die Studienlage ist jedoch uneinheitlich.