Von Verstopfung, fachlich Obstipation, spricht man, wenn der Stuhlgang über längere Zeit selten, hart oder nur mit starkem Pressen möglich ist, oft verbunden mit dem Gefühl unvollständiger Entleerung. Wie häufig Stuhlgang normal ist, ist sehr individuell. Dreimal am Tag bis dreimal pro Woche gilt als unauffällig.
Warum ist das wichtig?
Verstopfung ist sehr verbreitet und beeinträchtigt das Wohlbefinden deutlich. Meist steckt eine funktionelle Störung dahinter, also keine erkennbare Erkrankung. Begünstigt wird sie durch ballaststoffarme Ernährung, wenig Bewegung, das Unterdrücken des Stuhldrangs, Stress, Reisen und viele Medikamente wie Schmerzmittel, Eisenpräparate oder Antidepressiva. Seltener sind Erkrankungen wie Schilddrüsenunterfunktion, Diabetes oder Darmtumoren die Ursache.
Zahlen und Referenzwerte
Etwa zehn bis fünfzehn Prozent der Erwachsenen leiden unter chronischer Verstopfung, Frauen und ältere Menschen häufiger. Von chronischer Verstopfung spricht man, wenn die Beschwerden mindestens drei Monate bestehen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt mindestens 30 Gramm Ballaststoffe am Tag, die meisten Menschen in Deutschland liegen darunter.
Was bedeutet das im Alltag?
Ballaststoffe aus Vollkorn, Hülsenfrüchten, Gemüse, Obst, Leinsamen und Flohsamenschalen erhöhen das Stuhlvolumen und machen den Stuhl weicher. Die Menge sollte langsam gesteigert werden, zusammen mit ausreichend Flüssigkeit. Trockenpflaumen und Kiwis haben in Studien eine gute Wirkung gezeigt. Regelmäßige Bewegung regt die Darmtätigkeit an. Hilfreich ist auch, dem Stuhldrang zeitnah nachzugeben und sich Zeit zu lassen. Ein kleiner Hocker unter den Füßen erleichtert die Entleerung.
Wer besonders betroffen ist
Ältere Menschen, Schwangere, bettlägerige Menschen und Menschen, die viele Medikamente einnehmen, haben ein erhöhtes Risiko.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
Mehr trinken hilft nur, wenn vorher zu wenig getrunken wurde. Abführmittel führen bei richtiger Anwendung nicht zu Gewöhnung oder Darmträgheit. Auch muss nicht jeder Mensch täglich Stuhlgang haben.