Blähungen entstehen, wenn sich im Darm viel Gas bildet oder das Gas schlecht weitertransportiert wird. Der Bauch fühlt sich dann voll, gespannt oder aufgebläht an, manchmal kommen Druck und krampfartige Schmerzen hinzu. Ein Teil der Luft wird beim Essen und Trinken verschluckt, der größere Teil entsteht im Dickdarm, wenn Bakterien unverdaute Nahrungsbestandteile vergären.
Warum ist das wichtig?
Darmgase sind ein Zeichen eines aktiven Darmmikrobioms und grundsätzlich normal. Gerade ballaststoffreiche Lebensmittel, die für die Gesundheit wertvoll sind, fördern die Gasbildung. Werden Blähungen jedoch sehr belastend oder treten neu und dauerhaft auf, können sie auf eine Unverträglichkeit, einen Reizdarm oder andere Erkrankungen hinweisen.
Zahlen und Referenzwerte
Ein gesunder Mensch gibt täglich etwa einen halben bis anderthalb Liter Darmgas ab, verteilt auf rund 10 bis 20 Winde. Wie stark jemand Gas als unangenehm empfindet, hängt auch von der Empfindlichkeit des Darms ab.
Was bedeutet das im Alltag?
Typische Gasbildner sind Hülsenfrüchte, Kohl, Zwiebeln, Lauch, frisches Brot, Vollkornprodukte in großen Mengen, kohlensäurehaltige Getränke sowie Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit. Wer die Ballaststoffzufuhr erhöhen möchte, gewöhnt den Darm am besten schrittweise daran. Hülsenfrüchte werden bekömmlicher, wenn sie eingeweicht, gut gegart und das Einweichwasser verworfen wird. Gewürze wie Kümmel, Fenchel und Anis sowie langsames Essen und gutes Kauen helfen vielen Menschen. Bewegung nach dem Essen regt den Transport der Gase an.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
Blähungen sind kein Grund, auf Gemüse, Vollkorn und Hülsenfrüchte zu verzichten. Eine strenge Auslassdiät ohne Diagnose kann die Nährstoffversorgung verschlechtern. Die FODMAP-arme Ernährung (FODMAP: fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole) ist für Menschen mit Reizdarm gedacht und sollte fachlich begleitet werden.