Fruktosemalabsorption

Bei einer Fruktosemalabsorption kann der Dünndarm Fruchtzucker nur eingeschränkt aufnehmen. Das Transporteiweiß GLUT5 (Glukosetransporter 5), das Fruktose durch die Darmwand schleust, hat eine begrenzte Kapazität. Was nicht aufgenommen wird, gelangt in den Dickdarm und wird dort von Bakterien vergoren. Die Folge sind Blähungen, Bauchschmerzen, Völlegefühl und Durchfall.

Warum ist das wichtig?

Die Fruktosemalabsorption ist keine Allergie und nicht gefährlich, kann aber den Alltag deutlich beeinträchtigen. Wichtig ist die Abgrenzung zur sehr seltenen hereditären Fruktoseintoleranz. Bei dieser angeborenen Stoffwechselerkrankung fehlt ein Enzym in der Leber, und schon kleine Mengen Fruktose können gefährliche Unterzuckerungen und Leberschäden auslösen. Sie muss vor einem Belastungstest ausgeschlossen werden.

Zahlen und Referenzwerte

Wie viel Fruktose ein Mensch aufnehmen kann, ist sehr unterschiedlich. Auch viele Gesunde nehmen große Mengen, etwa 25 bis 50 Gramm auf einmal, nicht vollständig auf, ohne Beschwerden zu haben. Ein positiver Atemtest allein ist deshalb noch keine Diagnose. Entscheidend ist, ob typische Beschwerden auftreten. Glukose verbessert die Aufnahme von Fruktose. Obst mit einem ausgewogenen Verhältnis beider Zucker wie Banane oder Heidelbeere wird oft besser vertragen als Äpfel, Birnen oder Mango mit Fruktoseüberschuss.

Was bedeutet das im Alltag?

Bewährt hat sich ein Vorgehen in drei Schritten. Zunächst werden fruktosereiche Lebensmittel und Sorbit für etwa zwei Wochen stark reduziert. Danach wird schrittweise getestet, welche Mengen und Sorten vertragen werden. Ziel ist eine möglichst vielfältige Dauerernährung mit der persönlichen Toleranzmenge. Kleine Obstportionen, zusammen mit einer Mahlzeit gegessen, sind oft gut verträglich. Fruchtsäfte, Honig, Agavendicksaft, Trockenobst und mit Fruktose gesüßte Produkte bereiten häufiger Probleme.

Wer besonders betroffen ist

Menschen mit Reizdarm reagieren häufig empfindlich auf Fruktose. Auch eine Sorbitunverträglichkeit tritt oft gemeinsam auf, weil Sorbit die Fruktoseaufnahme zusätzlich hemmt.

Wann fachliche Einordnung wichtig ist

Häufige Missverständnisse

Fruktosemalabsorption bedeutet nicht, dass Obst ganz gemieden werden muss. Die meisten Betroffenen vertragen moderate Mengen. Auch Haushaltszucker enthält Fruktose, wird wegen des gleichen Anteils Glukose aber meist besser vertragen als reine Fruktose.

Verwandte Begriffe

Quellen