Intoleranzen

Intoleranzen sind nicht-allergische Unverträglichkeitsreaktionen auf bestimmte Lebensmittelbestandteile. Der Körper reagiert wiederholt mit Beschwerden, obwohl das Immunsystem nicht wie bei einer Allergie beteiligt ist. Häufig steckt dahinter, dass ein Stoff nicht ausreichend gespalten, aufgenommen oder abgebaut wird, etwa Milchzucker, Fruchtzucker, Sorbit oder Histamin.

Abgrenzung zur Allergie

Bei einer Lebensmittelallergie reagiert das Immunsystem auf Eiweißbestandteile. Schon kleinste Mengen können Beschwerden bis hin zu einem lebensbedrohlichen Schock auslösen. Bei Intoleranzen hängen die Beschwerden dagegen meist von der Menge ab. Kleine Mengen werden oft vertragen, größere lösen Symptome aus. Gefährlich sind Intoleranzen in der Regel nicht, sie können die Lebensqualität aber stark beeinträchtigen.

Warum ist das wichtig?

Die richtige Einordnung entscheidet über den Umgang. Bei einer Allergie ist strikte Meidung nötig, bei einer Intoleranz geht es darum, die persönliche Toleranzgrenze zu finden. Wer vorsorglich viele Lebensmittel streicht, riskiert eine einseitige Ernährung und Nährstofflücken.

Zahlen und Referenzwerte

Die häufigste Intoleranz ist die Laktoseintoleranz, die in Deutschland etwa 15 bis 20 Prozent der Erwachsenen betrifft. Viele Betroffene vertragen dennoch rund 10 bis 12 Gramm Laktose am Tag. Auch die Fruktosemalabsorption ist verbreitet. Bei der Histaminintoleranz ist die Datenlage unsicher.

Was bedeutet das im Alltag?

Nach der Diagnose hat sich ein schrittweises Vorgehen bewährt. Auf eine kurze Phase mit deutlicher Einschränkung folgt eine Testphase, in der Lebensmittel und Mengen einzeln ausprobiert werden. Am Ende steht eine möglichst vielfältige Dauerernährung. Ein Ernährungs- und Beschwerdetagebuch hilft, Zusammenhänge zu erkennen.

Wann fachliche Einordnung wichtig ist

Häufige Missverständnisse

IgG-Tests (IgG: Immunglobulin G) auf Nahrungsmittel, die im Internet oder in manchen Praxen angeboten werden, sind zur Diagnose von Intoleranzen ungeeignet. Sie zeigen lediglich, dass ein Mensch ein Lebensmittel gegessen hat, und führen oft zu unnötigen Verboten.

Verwandte Begriffe

Quellen