Unverträglichkeit ist ein Oberbegriff für alle unerwünschten Reaktionen auf Lebensmittel, die nicht auf Verdorbenheit oder Giftstoffe zurückgehen. Dazu gehören Lebensmittelallergien, bei denen das Immunsystem beteiligt ist, und Intoleranzen, bei denen Stoffe schlecht verdaut oder abgebaut werden. Auch Reaktionen auf Zusatzstoffe und die Zöliakie, eine Autoimmunerkrankung, werden oft darunter gefasst.
Warum ist das wichtig?
Viele Menschen führen Beschwerden wie Blähungen, Müdigkeit oder Hautprobleme auf eine Unverträglichkeit zurück. Die Selbsteinschätzung liegt dabei häufig daneben. Deshalb lohnt eine genaue Unterscheidung, denn jede Form hat eine eigene Diagnostik und einen eigenen Umgang. Eine Allergie erfordert strikte Meidung, bei Intoleranzen reicht meist eine Mengenanpassung, bei Zöliakie ist lebenslanger Glutenverzicht nötig.
Zahlen und Referenzwerte
In Befragungen geben etwa 20 Prozent der Menschen an, bestimmte Lebensmittel nicht zu vertragen. Ärztlich bestätigt wird nur ein kleiner Teil davon. Die häufigste gesicherte Form ist die Laktoseintoleranz, gefolgt von der Fruktosemalabsorption. Lebensmittelallergien betreffen wenige Prozent der Bevölkerung, die Zöliakie etwa ein Prozent.
Was bedeutet das im Alltag?
Der erste Schritt ist ein Ernährungs- und Beschwerdetagebuch über zwei bis vier Wochen. Es zeigt, ob Beschwerden regelmäßig nach bestimmten Lebensmitteln auftreten und wie groß die Mengen waren. Auch Stress, Schlaf, Medikamente und Menstruationszyklus beeinflussen die Verdauung und sollten notiert werden. Mit diesen Informationen kann eine Ärztin oder ein Arzt gezielt testen.
Wer besonders betroffen ist
Menschen mit Reizdarm reagieren häufig empfindlich auf verschiedene Lebensmittel, ohne dass eine klassische Unverträglichkeit vorliegt. Auch nach Magen-Darm-Infekten können vorübergehend Beschwerden auftreten.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
Selbsttests aus dem Internet, IgG-Tests (IgG: Immunglobulin G) und Bioresonanz liefern keine verlässlichen Ergebnisse. Eine Unverträglichkeit ist auch nicht immer dauerhaft. Manche Beschwerden verschwinden, wenn sich der Darm erholt hat.