Sorbitunverträglichkeit

Sorbit, auch Sorbitol, ist ein Zuckeralkohol. Er kommt natürlich in Obst wie Birnen, Pflaumen, Äpfeln, Kirschen und besonders in Trockenobst vor und wird als Zuckeraustauschstoff mit der Nummer E 420 in zuckerfreien Kaugummis, Bonbons, Diät- und Proteinprodukten eingesetzt. Der Dünndarm nimmt Sorbit nur langsam und unvollständig auf.

Warum ist das wichtig?

Was im Dünndarm nicht aufgenommen wird, zieht Wasser in den Darm und wird im Dickdarm von Bakterien vergoren. Größere Mengen führen deshalb bei jedem Menschen zu Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall. Von einer Sorbitunverträglichkeit spricht man, wenn schon kleine Mengen diese Beschwerden auslösen. Sie tritt häufig gemeinsam mit einer Fruktosemalabsorption auf, weil Sorbit die Aufnahme von Fruktose zusätzlich hemmt.

Zahlen und Referenzwerte

Bei vielen Menschen wirken bereits 10 bis 20 Gramm Sorbit abführend, bei empfindlichen Personen auch deutlich weniger. Enthält ein Lebensmittel mehr als 10 Prozent zugesetzte Zuckeralkohole, muss es den Hinweis „kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“ tragen. Die Verbraucherzentrale Hamburg fand in Süßigkeiten teils sehr hohe Gehalte, sodass schon wenige Stücke die kritische Menge erreichen können.

Was bedeutet das im Alltag?

Wer auf Sorbit empfindlich reagiert, sollte Zutatenlisten auf Sorbit und E 420 prüfen und zuckerfreie Süßigkeiten sparsam genießen. Andere Zuckeralkohole wie Mannit, Maltit, Isomalt und Xylit können ähnliche Beschwerden auslösen. Birnen, Steinobst und Trockenobst werden in kleineren Portionen oft besser vertragen. Eine dauerhafte, völlig sorbitfreie Ernährung ist selten nötig. Meist lässt sich eine persönliche Verträglichkeitsgrenze finden.

Wann fachliche Einordnung wichtig ist

Häufige Missverständnisse

Zuckerfrei bedeutet nicht automatisch bekömmlich. Gerade Menschen, die bewusst auf Zucker verzichten, nehmen über zuckerfreie Produkte manchmal größere Mengen Zuckeralkohole auf, ohne das mit ihren Bauchbeschwerden in Verbindung zu bringen.

Verwandte Begriffe

Quellen