Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Unter chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, kurz CED, werden vor allem Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zusammengefasst. Beide verlaufen meist in Schüben, in denen die Darmschleimhaut entzündet ist. Morbus Crohn kann den gesamten Verdauungstrakt betreffen, am häufigsten den Übergang von Dünn- zu Dickdarm. Die Colitis ulcerosa beschränkt sich auf den Dickdarm. Typisch sind Durchfälle, Bauchschmerzen, Müdigkeit und bei der Colitis blutiger Stuhl.

Warum ist das wichtig?

Die Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Eine genetische Veranlagung, ein fehlgesteuertes Immunsystem, das Darmmikrobiom und Umweltfaktoren wirken zusammen. Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass eine Ernährung mit vielen hochverarbeiteten Lebensmitteln das Erkrankungsrisiko erhöhen könnte. Eine bestimmte Diät, die CED heilt, gibt es nicht. Ernährung ist aber wichtig, weil Entzündung, Durchfall und verminderter Appetit häufig zu Mangelernährung führen.

Zahlen und Referenzwerte

In Deutschland leben schätzungsweise mehr als 400.000 Menschen mit einer CED, viele erkranken zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr. Häufige Nährstoffdefizite betreffen Eisen, Vitamin B12 bei Befall des unteren Dünndarms, Vitamin D, Calcium, Zink und Folat. Bei Kindern mit Morbus Crohn ist eine mehrwöchige ausschließliche Trinknahrung eine anerkannte Therapie, um einen Schub zur Ruhe zu bringen.

Was bedeutet das im Alltag?

In ruhigen Phasen empfiehlt die S3-Leitlinie zur klinischen Ernährung bei CED eine ausgewogene, vielseitige Kost ohne unnötige Einschränkungen. Im Schub kann eine leichte, ballaststoffärmere Kost vorübergehend besser vertragen werden. Bei Engstellen im Darm müssen grobe Fasern gemieden werden. Viele Betroffene kennen Lebensmittel, die ihnen persönlich schlecht bekommen. Ein Ernährungstagebuch hilft, das zu erkennen, ohne pauschal ganze Lebensmittelgruppen zu streichen.

Wann fachliche Einordnung wichtig ist

Häufige Missverständnisse

Spezielle Diäten wie die Specific Carbohydrate Diet oder streng glutenfreie Kost ohne Zöliakie haben in Studien keinen gesicherten Nutzen gezeigt. CED ist zudem etwas anderes als ein Reizdarm, bei dem keine sichtbare Entzündung vorliegt.

Verwandte Begriffe

Quellen