Für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln gibt es in Deutschland und der EU bisher keine verbindlichen Obergrenzen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat deshalb Höchstmengen vorgeschlagen. Sie geben an, wie viel ein Präparat pro Tagesdosis höchstens enthalten sollte, damit auch bei guter Versorgung über Lebensmittel kein Gesundheitsrisiko entsteht.
Warum ist das wichtig?
Viele Produkte enthalten ein Vielfaches des Tagesbedarfs. Über Lebensmittel ist eine Überversorgung selten, über Präparate dagegen gut möglich, besonders wenn mehrere Produkte kombiniert oder angereicherte Lebensmittel zusätzlich verzehrt werden. Fettlösliche Vitamine wie A und D reichern sich im Körper an und können bei Überdosierung ernsthafte Schäden verursachen.
Zahlen und Referenzwerte
Empfohlene Höchstmengen des BfR pro Tagesverzehrsempfehlung für Erwachsene (Auswahl):
| Nährstoff | Höchstmenge | Hinweis |
|---|---|---|
| Vitamin A | 0,2 mg | wird überarbeitet |
| Beta-Carotin | 3,5 mg | wird überarbeitet |
| Vitamin D | 20 µg | |
| Vitamin E | 30 mg | |
| Vitamin K1 | 80 µg | Hinweis für Menschen mit Gerinnungshemmern |
| Vitamin B6 | 0,9 mg | |
| Folsäure | 200 µg | für Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere 400 µg |
| Vitamin C | 250 mg | |
| Calcium | 500 mg | |
| Magnesium | 250 mg | auf zwei oder mehr Portionen am Tag verteilen |
| Eisen | 6 mg | nicht für Männer, Frauen nach den Wechseljahren und Schwangere ohne ärztliche Rücksprache |
| Jod | 100 µg | Schwangere und Stillende 150 µg |
| Zink | 6,5 mg | nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren |
| Selen | 40 µg | |
| Kupfer | 1 mg | nicht für Kinder und Jugendliche |
Die Werte gelten für Nahrungsergänzungsmittel. Bei ärztlich festgestelltem Mangel können höhere Dosierungen als Arzneimittel verordnet werden.
Was bedeutet das im Alltag?
Ein Blick auf die Nährwerttabelle des Produkts zeigt, wie viel pro Tagesdosis enthalten ist. Liegen die Mengen deutlich über den BfR-Empfehlungen, ist Zurückhaltung angebracht. Wer mehrere Produkte nutzt, sollte die Mengen zusammenrechnen, auch aus angereicherten Getränken, Müslis oder Pflanzendrinks.
Typische Folgen einer Überdosierung
- Vitamin D: erhöhter Calciumspiegel im Blut mit Übelkeit, Nierensteinen und Herzrhythmusstörungen
- Vitamin A: Leberschäden, bei Schwangeren Fehlbildungen beim Kind
- Vitamin B6: Nervenschäden mit Kribbeln und Taubheit bei langfristig hohen Dosen
- Eisen: Magen-Darm-Beschwerden, bei Dauergebrauch Eisenüberladung
- Zink: gestörte Kupferaufnahme und dadurch Blutbildungsstörungen
- Magnesium: Durchfall und Bauchschmerzen
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
- Wasserlösliche Vitamine sind nicht in jeder Dosis harmlos, wie das Beispiel Vitamin B6 zeigt.
- Die Angabe „Prozent des Nährstoffbezugswerts“ auf der Packung ist keine Sicherheitsgrenze.
- Präparate aus dem Internet halten sich häufig nicht an deutsche Empfehlungen.