Für die meisten gesunden Menschen reicht eine abwechslungsreiche Ernährung aus, um den Nährstoffbedarf zu decken. In einigen klar beschriebenen Situationen empfehlen Fachgesellschaften jedoch ein Präparat, weil der Bedarf erhöht ist oder wichtige Quellen fehlen.
Warum ist das wichtig?
Ein gezielt eingesetztes Präparat kann Mängeln wirksam vorbeugen, etwa Neuralrohrdefekten in der Schwangerschaft oder Nervenschäden durch Vitamin-B12-Mangel. Ein wahllos gekauftes Kombipräparat bringt dagegen oft keinen Nutzen und kann bei hoher Dosierung schaden.
Empfohlene Präparate im Überblick
| Situation | Nährstoff | Empfehlung |
|---|---|---|
| Kinderwunsch und erstes Schwangerschaftsdrittel | Folsäure | 400 µg täglich, mindestens vier Wochen vor der Schwangerschaft beginnen |
| Schwangerschaft | Jod | 100 bis 150 µg täglich nach ärztlicher Rücksprache |
| Stillzeit | Jod | 100 µg täglich nach ärztlicher Rücksprache |
| Vegane Ernährung | Vitamin B12 | dauerhaft und zuverlässig |
| Säuglinge im ersten Lebensjahr | Vitamin D | 10 bis 12,5 µg täglich, meist kombiniert mit Fluorid |
| Wenig Sonnenlicht, etwa bei Pflegebedürftigkeit | Vitamin D | bis 20 µg täglich, bei Bedarf nach Rücksprache |
| Diagnostizierter Mangel | zum Beispiel Eisen | Dosis und Dauer nach ärztlicher Vorgabe |
Weitere Präparate können im Einzelfall sinnvoll sein, zum Beispiel Calcium, wenn die Zufuhr über Lebensmittel dauerhaft zu niedrig ist, oder Omega-3 aus Mikroalgenöl bei veganer Ernährung in der Schwangerschaft.
Was bedeutet das im Alltag?
Vor dem Griff zum Präparat steht die Frage, ob sich die Versorgung über Lebensmittel verbessern lässt. Wenn ein Präparat nötig ist, sind Einzelpräparate mit passender Dosis meist besser als breite Kombinationen. Die empfohlenen Höchstmengen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) helfen bei der Auswahl.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
- Ein Multivitaminpräparat gleicht eine unausgewogene Ernährung nicht aus.
- „Natürlich“ oder „pflanzlich“ bedeutet nicht automatisch sicher.
- Wer sich müde fühlt, hat nicht automatisch einen Nährstoffmangel.
Verwandte Begriffe
- Gesundheitsversprechen auf Lebensmitteln
- Höchstmengen und Überdosierung
- Kritische Nährstoffe
- Nahrungsergänzungsmittel
- Wechselwirkungen mit Medikamenten