Referenzwerte geben an, wie viel Energie und wie viele Nährstoffe Menschen täglich aufnehmen sollten, um gesund zu bleiben. In Deutschland, Österreich und der Schweiz werden sie gemeinsam als D-A-CH-Referenzwerte veröffentlicht, federführend von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Sie gelten für gesunde Menschen und werden nach Alter, Geschlecht und Lebenssituation wie Schwangerschaft oder Stillzeit unterschieden.
Warum ist das wichtig?
Referenzwerte sind das Fundament für Ernährungsempfehlungen, Speisepläne in Kita, Schule und Klinik, die Nährwertkennzeichnung und die Bewertung von Ernährungserhebungen. Wichtig ist, sie richtig zu lesen. Sie beschreiben eine Zufuhr über einen längeren Zeitraum, etwa eine Woche. Wer an einem Tag weniger aufnimmt, ist deshalb nicht gleich unterversorgt.
Zahlen und Referenzwerte
Es gibt drei Arten von Referenzwerten. Die empfohlene Zufuhr beruht auf gut untersuchtem Bedarf und ist so bemessen, dass sie fast alle gesunden Menschen einer Gruppe abdeckt, rechnerisch etwa 97,5 Prozent. Der individuelle Bedarf vieler Menschen liegt also darunter. Schätzwerte werden angegeben, wenn der Bedarf nicht genau bestimmt werden kann, etwa bei Biotin oder Vitamin E. Richtwerte dienen der Orientierung, wenn eine Zufuhr in einem Bereich sinnvoll ist, etwa bei Energie, Fett oder Wasser. Obergrenzen für eine sichere Zufuhr legt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit fest, Höchstmengenvorschläge für Nahrungsergänzungsmittel das Bundesinstitut für Risikobewertung.
Was bedeutet das im Alltag?
Wer die Referenzwerte als Orientierung nutzt, sollte sie nicht auf das Milligramm genau nehmen. Eine abwechslungsreiche Ernährung nach den lebensmittelbezogenen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) deckt die meisten Werte ab, ohne dass man rechnen muss. Ausnahmen, bei denen eine Ergänzung empfohlen wird, sind etwa Folsäure bei Kinderwunsch und in der frühen Schwangerschaft, Jod in Schwangerschaft und Stillzeit sowie Vitamin B12 bei veganer Ernährung.
Wer besonders betroffen ist
Für Kranke gelten die Referenzwerte nur eingeschränkt. Erkrankungen, Medikamente und Operationen können den Bedarf erhöhen oder senken.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
Der Referenzwert ist kein Mindestwert, unterhalb dessen sofort ein Mangel droht. Er ist auch kein Zielwert, der möglichst übertroffen werden sollte. Die Prozentangaben auf Verpackungen beziehen sich auf gesetzliche Referenzmengen für Erwachsene und nicht auf den persönlichen Bedarf.