Entzündung ist eine Schutzreaktion des Immunsystems auf Verletzungen, Krankheitserreger oder Reizstoffe. Eine akute Entzündung zeigt sich durch Rötung, Wärme, Schwellung und Schmerz und klingt nach der Heilung wieder ab. Davon zu unterscheiden ist die stille, niedriggradige Entzündung, die über Jahre bestehen kann, ohne deutliche Beschwerden zu verursachen.
Warum ist das wichtig?
Stille Entzündungsprozesse werden mit vielen chronischen Erkrankungen in Verbindung gebracht, darunter Arteriosklerose, Typ-2-Diabetes, Fettleber, Arthrose und Depression. Wichtige Treiber sind viszerales Bauchfett, Rauchen, Bewegungsmangel, Schlafmangel, chronischer Stress und eine Ernährung mit vielen stark verarbeiteten Lebensmitteln. Bei entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Gicht oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen steht die Entzündung im Mittelpunkt.
Zahlen und Referenzwerte
Ein häufig gemessener Entzündungswert ist das CRP. Bei akuten Infekten steigt es stark an. Für die stille Entzündung wird ein hochsensitives CRP (C-reaktives Protein) bestimmt. Werte unter 1 mg/l gelten dabei als günstig, Werte über 3 mg/l als Hinweis auf ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko, sofern kein akuter Infekt vorliegt.
Was bedeutet das im Alltag?
Eine Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen, Olivenöl oder Rapsöl und Fisch ist mit niedrigeren Entzündungswerten verbunden. Die mediterrane Ernährung ist hier am besten untersucht. Omega-3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe tragen dazu bei. Gewichtsabnahme bei Übergewicht, regelmäßige Bewegung, Rauchstopp und ausreichend Schlaf wirken mindestens ebenso stark wie einzelne Lebensmittel.
Wer besonders betroffen ist
Menschen mit Adipositas, Diabetes, rheumatischen Erkrankungen, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und ältere Menschen haben häufiger erhöhte Entzündungswerte.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
Einzelne Lebensmittel wie Kurkuma oder Ingwer wirken im Labor entzündungshemmend, im Alltag ist ihr Effekt aber gering. Auch verbreitete Verbotslisten für Nachtschattengewächse oder Getreide sind nicht belegt. Mehr dazu unter Anti-entzündliche Ernährung.