Harnsäure

Harnsäure ist das Endprodukt des Abbaus von Purinen. Purine sind Bausteine der Erbsubstanz und kommen in allen Zellen vor, sowohl in körpereigenen als auch in Lebensmitteln. Der Körper scheidet Harnsäure überwiegend über die Nieren aus. Steigt ihr Spiegel im Blut zu stark an, kann sie Kristalle bilden, die sich in Gelenken und Nieren ablagern.

Warum ist das wichtig?

Ein erhöhter Harnsäurespiegel ist die Voraussetzung für Gicht. Die Kristalle lösen schmerzhafte Gelenkentzündungen aus, oft zuerst am Großzehengrundgelenk. Außerdem können Harnsäuresteine in den Nieren entstehen. Erhöhte Werte gehen häufig mit Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und Nierenerkrankungen einher. Nicht jeder Mensch mit erhöhter Harnsäure bekommt jedoch Gicht.

Zahlen und Referenzwerte

Ab etwa 6,8 mg/dl ist das Blut mit Harnsäure gesättigt, und es können sich Kristalle bilden. Bei Menschen mit Gicht wird ein Zielwert unter 6 mg/dl angestrebt, bei ausgeprägten Ablagerungen auch niedriger. Männer haben im Durchschnitt höhere Werte als Frauen vor den Wechseljahren.

Was bedeutet das im Alltag?

Besonders purinreich sind Innereien, Fleisch, Wurst, bestimmte Fische wie Sardinen und Hering sowie Meeresfrüchte. Alkohol, vor allem Bier, auch alkoholfreies, erhöht die Harnsäure zusätzlich. Fruktose aus gesüßten Getränken und Säften steigert die Harnsäurebildung. Fettarme Milchprodukte, Gemüse, Vollkorn und Hülsenfrüchte sind dagegen günstig. Pflanzliche Purine erhöhen das Gichtrisiko kaum. Ausreichend trinken fördert die Ausscheidung. Eine langsame Gewichtsabnahme senkt den Spiegel, Fasten und Crash-Diäten erhöhen ihn vorübergehend.

Wer besonders betroffen ist

Ein höheres Risiko haben Männer, Frauen nach den Wechseljahren, Menschen mit metabolischem Syndrom, Nierenerkrankungen und Menschen, die bestimmte Entwässerungsmittel einnehmen. Auch die Veranlagung spielt eine große Rolle.

Wann fachliche Einordnung wichtig ist

Häufige Missverständnisse

Gicht ist keine reine Folge falscher Ernährung, die Veranlagung ist oft entscheidend. Kirschen und Kaffee werden als harnsäuresenkend diskutiert, die Effekte sind aber klein und ersetzen keine Behandlung.

Verwandte Begriffe

Quellen