Nieren- und Harnsteine entstehen, wenn sich im Urin gelöste Stoffe zu Kristallen verbinden und zu Steinen wachsen. Die meisten Steine bestehen aus Calciumoxalat, seltener aus Harnsäure, Calciumphosphat oder anderen Stoffen. Harnsteine gelten in Deutschland als Volkskrankheit, und viele Betroffene bekommen im Laufe ihres Lebens erneut einen Stein.
Warum ist das wichtig?
Ein Stein, der in den Harnleiter wandert, kann heftige, kolikartige Schmerzen auslösen. Die gute Nachricht: Mit Trinkmenge und Ernährung lässt sich das Risiko für neue Steine deutlich senken. Die Maßnahmen zur Vorbeugung nennt man Metaphylaxe.
Zahlen und Referenzwerte
Die urologische Leitlinie empfiehlt zur Vorbeugung eine Trinkmenge, die zu einer Urinmenge von mindestens 2 bis 2,5 Litern am Tag führt, bei Hitze und Sport entsprechend mehr. Der Urin sollte hell sein.
Was bedeutet das im Alltag?
- reichlich trinken, bevorzugt Wasser und ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, über den Tag verteilt
- Calcium nicht einschränken: Calcium aus Milchprodukten bindet Oxalat im Darm und senkt so das Steinrisiko
- sehr oxalatreiche Lebensmittel wie Spinat, Mangold, Rhabarber und große Mengen Nüsse oder Kakao begrenzen
- wenig Salz und moderat tierisches Protein
- zuckergesüßte Getränke meiden
- Übergewicht abbauen
Bei Harnsäuresteinen helfen zusätzlich weniger Fleisch, Innereien und Alkohol, siehe Harnsäure.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
- Wer Calciumoxalatsteine hat, sollte nicht auf Milchprodukte verzichten.
- Kaffee und Tee in üblichen Mengen erhöhen das Steinrisiko nicht.
- Nicht jeder Stein hat dieselbe Ursache, deshalb gibt es keine einheitliche Steindiät.