Polyphenole

Polyphenole sind die größte und vielfältigste Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe. Sie geben Beeren, Trauben und Rotkohl ihre Farbe, sorgen für den herben Geschmack von Tee und Kaffee und schützen Pflanzen vor UV-Licht und Schädlingen. Zu den Polyphenolen gehören unter anderem Phenolsäuren, Flavonoide, Lignane und Stilbene wie Resveratrol.

Warum ist das wichtig?

Polyphenole wirken im Labor antioxidativ und entzündungshemmend. Im Körper werden sie jedoch nur zum Teil aufgenommen und stark umgebaut. Ein großer Teil erreicht den Dickdarm und wird dort von Bakterien verstoffwechselt. Dabei entstehen Stoffe, die wiederum auf Darm und Stoffwechsel wirken können.

Beobachtungsstudien verbinden eine polyphenolreiche Ernährung mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes Typ 2. Wie viel davon auf die Polyphenole selbst zurückgeht und wie viel auf das gesamte Ernährungsmuster, ist noch offen.

Was bedeutet das im Alltag?

Gute Quellen sind:

  • Beeren, Äpfel, Trauben und Kirschen
  • Kaffee, grüner und schwarzer Tee
  • Kakao und dunkle Schokolade in kleinen Mengen
  • natives Olivenöl
  • Hülsenfrüchte, Vollkorn, Nüsse
  • Kräuter und Gewürze

Wer besonders aufpassen sollte

Polyphenole aus Kaffee und Tee hemmen die Aufnahme von pflanzlichem Eisen. Menschen mit Eisenmangel oder erhöhtem Bedarf trinken Kaffee und Tee deshalb besser mit etwas Abstand zu den Mahlzeiten.

Wann fachliche Einordnung wichtig ist

Häufige Missverständnisse

  • Antioxidative Wirkung im Reagenzglas bedeutet nicht automatisch eine Schutzwirkung im Körper.
  • Rotwein ist wegen des Alkohols keine empfehlenswerte Polyphenolquelle.
  • Resveratrol-Kapseln haben keinen belegten Nutzen für gesunde Menschen.

Verwandte Begriffe

Quellen