Glutenfreie Ernährung

Bei der glutenfreien Ernährung wird konsequent auf Gluten verzichtet, ein Eiweiß aus Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und alten Weizensorten wie Emmer, Einkorn und Kamut. Für Menschen mit Zöliakie ist sie die einzige wirksame Behandlung und muss lebenslang eingehalten werden. Auch bei einer Weizenallergie und einer diagnostizierten Glutensensitivität kann sie nötig sein.

Warum ist das wichtig?

Bei Zöliakie schädigen schon kleinste Mengen Gluten die Dünndarmschleimhaut, auch wenn keine spürbaren Beschwerden auftreten. Auf Dauer drohen Nährstoffmängel, Osteoporose und andere Folgeerkrankungen. Wichtig ist, dass die Diagnose vor der Umstellung gestellt wird, denn unter glutenfreier Kost werden die Tests unzuverlässig.

Zahlen und Referenzwerte

Etwa ein Prozent der Bevölkerung hat eine Zöliakie, viele davon unerkannt. Als „glutenfrei“ dürfen in der EU nur Lebensmittel mit höchstens 20 Milligramm Gluten pro Kilogramm gekennzeichnet werden. Die durchgestrichene Ähre ist ein geschütztes Symbol für kontrollierte glutenfreie Produkte.

Was bedeutet das im Alltag?

Von Natur aus glutenfrei sind Reis, Mais, Hirse, Buchweizen, Quinoa, Amaranth, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst, Nüsse, Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte. Hafer wird von den meisten Menschen mit Zöliakie vertragen, wenn er als glutenfrei gekennzeichnet ist. Schwierig sind versteckte Quellen wie Soßen, Wurst, Gewürzmischungen und Bier sowie Verunreinigungen in der Küche, etwa durch gemeinsame Toaster oder Schneidebretter. Glutenfreie Ersatzprodukte sind oft ballaststoffärmer und stärker verarbeitet. Naturbelassene glutenfreie Getreide und Hülsenfrüchte gleichen das aus.

Wer besonders betroffen ist

Neben Zöliakiebetroffenen kann die Ernährung für Menschen mit Weizenallergie oder Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität sinnvoll sein. Angehörige ersten Grades von Zöliakiebetroffenen sollten sich bei Beschwerden testen lassen.

Wann fachliche Einordnung wichtig ist

Häufige Missverständnisse

Für gesunde Menschen bringt glutenfreie Ernährung keinen gesundheitlichen Vorteil und hilft auch nicht beim Abnehmen. Glutenfreie Produkte sind teurer und nicht per se gesünder.

Verwandte Begriffe

Quellen