Fleisch und Wurst liefern hochwertiges Protein, gut verfügbares Eisen, Zink und Vitamin B12. In Deutschland wird im Durchschnitt deutlich mehr davon gegessen, als für die Gesundheit sinnvoll ist.
Warum ist das wichtig?
Ein hoher Verzehr von rotem Fleisch (Rind, Schwein, Lamm) und besonders von verarbeitetem Fleisch wie Wurst, Schinken und Speck ist mit einem höheren Risiko für Darmkrebs, Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft verarbeitetes Fleisch als krebserregend ein und rotes Fleisch als wahrscheinlich krebserregend. Verarbeitete Produkte enthalten zudem viel Salz und gesättigte Fette. Hinzu kommt die hohe Umwelt- und Klimabelastung der Fleischproduktion.
Zahlen und Referenzwerte
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt höchstens 300 g Fleisch und Wurst pro Woche für Erwachsene. Das entspricht zum Beispiel zwei kleinen Fleischportionen und etwas Aufschnitt. Weißes Fleisch wie Geflügel gilt als günstiger als rotes Fleisch.
Was bedeutet das im Alltag?
- Fleisch als Beilage statt als Hauptdarsteller: kleinere Portionen, mehr Gemüse
- Wurst auf dem Brot durch Käse, Frischkäse, Hummus oder Gemüseaufstriche ersetzen
- Hülsenfrüchte, Tofu, Eier und Fisch als Proteinquellen abwechseln
- Beim Kauf auf Qualität und Tierhaltung achten, wenn weniger Fleisch gegessen wird
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
- Fleisch ist kein Muss für eine ausreichende Proteinversorgung.
- Die Krebs-Einstufung sagt aus, wie sicher ein Zusammenhang belegt ist. Über die Höhe des Risikos gibt sie keine Auskunft.
- Pflanzliche Fleischersatzprodukte sind nicht automatisch gesünder, oft aber salzreich und stark verarbeitet.