Heilfasten bezeichnet einen freiwilligen, zeitlich begrenzten Verzicht auf feste Nahrung über mehrere Tage. Die bekannteste Form geht auf den Arzt Otto Buchinger zurück. Während der Fastentage gibt es Gemüsebrühe, Obst- und Gemüsesäfte, Tee und Wasser, teilweise auch etwas Honig. Eingebettet ist das Fasten in Entlastungstage vorher und Aufbautage danach.
Warum ist das wichtig?
Heilfasten wird in Deutschland in Fastenkliniken, bei Kursen und auch privat durchgeführt. Viele Menschen berichten von mehr Wohlbefinden, Klarheit und einem Neustart für ihre Essgewohnheiten. Studien, vor allem aus der Naturheilkunde, zeigen bei manchen Beschwerden wie Bluthochdruck, rheumatoider Arthritis oder Übergewicht kurzfristige Verbesserungen. Die Studienlage ist jedoch begrenzt, oft fehlen Vergleichsgruppen und Langzeitdaten.
Zahlen und Referenzwerte
Beim Buchinger-Fasten liegt die Energiezufuhr bei etwa 250 bis 500 Kilokalorien am Tag. Gesunde Erwachsene fasten meist fünf bis zehn Tage. Die Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung empfiehlt, längere Fastenperioden ärztlich zu begleiten. Wichtig sind mindestens zweieinhalb bis drei Liter Flüssigkeit am Tag.
Was bedeutet das im Alltag?
Wer zum ersten Mal fastet, ist in einer angeleiteten Gruppe oder Einrichtung gut aufgehoben. Während des Fastens helfen Ruhe, leichte Bewegung und Spaziergänge. Besonders wichtig sind die Aufbautage, an denen die Nahrungsmenge langsam wieder gesteigert wird. Viele nutzen das Fasten, um danach bewusster zu essen, etwa mit mehr Gemüse und weniger Alkohol. Dieser Übergang entscheidet darüber, ob etwas bleibt.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
Heilfasten wird oft als Entgiftung beworben. Der Körper braucht dafür kein Fasten, Leber und Nieren leisten das täglich. Auch die früher übliche Darmreinigung mit Glaubersalz oder Einläufen ist aus heutiger Sicht nicht nötig und belastet den Mineralstoffhaushalt.