Scheinfasten, international Fasting Mimicking Diet genannt, ist eine fünftägige Ernährungsform mit stark reduzierter Energiezufuhr. Sie soll dem Körper die Effekte des Fastens vermitteln, obwohl weiterhin gegessen wird. Entwickelt wurde das Konzept vom Altersforscher Valter Longo an der University of Southern California.
Warum ist das wichtig?
Beim Scheinfasten wird am ersten Tag etwa 1.100 kcal gegessen, an den Tagen zwei bis fünf etwa 700 bis 800 kcal. Die Mahlzeiten sind pflanzlich, eher fettreich und arm an Protein und Zucker. Diese Zusammensetzung soll Stoffwechselsignale ähnlich wie beim Fasten auslösen, etwa ein Absinken bestimmter Wachstumsfaktoren.
In einer kleinen Studie mit drei Zyklen im Abstand von einem Monat sanken Gewicht, Bauchumfang, Blutdruck und einige Blutwerte, besonders bei Menschen mit erhöhten Ausgangswerten. Die Studienlage ist aber noch dünn: Die Teilnehmerzahlen sind klein, Langzeitdaten fehlen, und einige Studien wurden von Beteiligten mit wirtschaftlichem Interesse durchgeführt. Ein Vorteil gegenüber anderen Formen der Kalorienreduktion ist nicht belegt.
Was bedeutet das im Alltag?
Scheinfasten wird oft als fertiges Paket mit Suppen, Riegeln und Tees verkauft, lässt sich aber auch mit Gemüsesuppen, Nüssen, Oliven und etwas Vollkorn selbst umsetzen. Für manche ist es leichter durchzuhalten als ein reines Wasserfasten. Nach den fünf Tagen folgt die Rückkehr zur normalen Ernährung, idealerweise mit einer ausgewogenen Lebensmittelauswahl.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
- Scheinfasten verjüngt den Körper nicht nachweislich. Viele Ergebnisse stammen aus Tierversuchen.
- Teure Fertigpakete sind nicht notwendig.
- Fünf Tage Scheinfasten ersetzen keine dauerhaft ausgewogene Ernährung.