Fasten bedeutet, für eine begrenzte Zeit freiwillig ganz oder teilweise auf Nahrung zu verzichten. Die Tradition ist alt und in vielen Religionen verankert, etwa in der christlichen Fastenzeit oder im Ramadan. Heute wird Fasten auch aus gesundheitlichen Gründen, zur Gewichtsabnahme oder als bewusste Auszeit praktiziert.
Warum ist das wichtig?
Unter dem Begriff Fasten werden sehr unterschiedliche Konzepte zusammengefasst. Beim Intervallfasten wechseln Ess- und Fastenzeiten innerhalb eines Tages oder einer Woche. Beim Heilfasten wird über mehrere Tage fast keine feste Nahrung gegessen. Das Scheinfasten ahmt Fastenzustände mit einer stark reduzierten Kost nach. Basenfasten beschränkt die Auswahl auf bestimmte Lebensmittel. Ihre Wirkungen und Risiken unterscheiden sich deutlich.
Zahlen und Referenzwerte
Während des Fastens stellt der Körper nach etwa 12 bis 24 Stunden zunehmend auf die Verbrennung von Fett um und bildet Ketonkörper. Die Glykogenspeicher in Leber und Muskeln sind nach ein bis zwei Tagen weitgehend geleert. Mit ihnen geht viel Wasser verloren, was den schnellen Gewichtsverlust der ersten Tage erklärt. Längeres Fasten baut auch Muskeleiweiß ab.
Was bedeutet das im Alltag?
Welche Form passt, hängt vom Ziel ab. Wer abnehmen möchte, erreicht mit Intervallfasten oder einer moderaten Kalorienreduktion ähnliche Ergebnisse. Wer eine bewusste Auszeit sucht, kann ein angeleitetes Heilfasten ausprobieren. Genauso wertvoll kann es sein, einzelne Dinge wegzulassen, etwa Alkohol, Süßes oder Social Media. Wichtig ist bei jeder Form, ausreichend zu trinken und den Übergang zurück in den Alltag bewusst zu gestalten.
Wer besonders betroffen ist
Fasten ist ungeeignet für Kinder und Jugendliche, Schwangere und Stillende, Menschen mit Untergewicht, Essstörungen, Typ-1-Diabetes, schweren Herz-, Leber- oder Nierenerkrankungen sowie für ältere Menschen mit Gebrechlichkeit.
Wann fachliche Einordnung wichtig ist
Häufige Missverständnisse
Fasten entgiftet den Körper nicht, das leisten Leber und Nieren ohnehin. Auch der Mythos, der Körper gerate beim Fasten schnell in einen Hungerstoffwechsel, der jede Abnahme verhindert, ist übertrieben. Zutreffend ist, dass sich der Energieverbrauch bei langer Kalorienreduktion etwas anpasst.