Dieser Leitfaden unterstützt Beratungen bei nachgewiesenem Eisenmangel oder erhöhtem Risiko dafür. Die Diagnose und die Ursachenklärung sind ärztliche Aufgaben. Die Ernährungsberatung ergänzt die Therapie und hilft, einem erneuten Mangel vorzubeugen.
Ziel und Einsatz
Ziel ist eine verbesserte Eisenaufnahme über die Ernährung, eine gut verträgliche und wirksame Einnahme von Präparaten und die Vorbeugung bei Risikogruppen wie Frauen mit starker Menstruation, Schwangeren, Jugendlichen, Menschen mit vegetarischer oder veganer Ernährung und Ausdauersportlern.
Vorbereitung
Benötigt werden Ferritin, Blutbild, bei Entzündungszeichen CRP (C-reaktives Protein) und Transferrinsättigung sowie Informationen zur ärztlichen Ursachenabklärung. Wichtig sind die aktuelle Medikation, insbesondere Säureblocker, und bereits eingenommene Präparate.
Gesprächsablauf
Situation verstehen
Beschwerden, Menstruationsstärke, Ernährungsweise, Blutspenden, Sport und frühere Eisentherapien erfragen. Bei Männern und Frauen nach den Wechseljahren nachfragen, ob eine Magen-Darm-Abklärung erfolgt ist.
Eisenquellen einordnen
Häm-Eisen aus Fleisch und Fisch wird deutlich besser aufgenommen als pflanzliches Eisen. Gute pflanzliche Quellen sind Hülsenfrüchte, Haferflocken, Vollkorn, Nüsse, Samen und grünes Gemüse.
Aufnahme verbessern
Vitamin-C-reiche Lebensmittel zu eisenhaltigen Mahlzeiten kombinieren. Kaffee, schwarzen und grünen Tee, Milchprodukte und Calciumpräparate mit ein bis zwei Stunden Abstand einplanen. Einweichen, Keimen und Sauerteig verringern Phytat.
Präparate richtig einnehmen
Orale Präparate nach ärztlicher Verordnung möglichst nüchtern oder mit Vitamin C einnehmen. Studien zeigen eine bessere Aufnahme bei Einnahme an jedem zweiten Tag, was auch die Verträglichkeit verbessern kann. Dunkler Stuhl ist harmlos.
Verlauf kontrollieren
Nach etwa acht bis zwölf Wochen Ferritin und Blutbild kontrollieren lassen. Die Therapie wird oft über Monate fortgeführt, bis die Speicher gefüllt sind.
Kernbotschaften für Klientinnen und Klienten
Eisen braucht Begleitung: Vitamin C hilft, Kaffee und Tee stören. Präparate wirken am besten nach Plan und mit Geduld. Ein Eisenmangel hat immer eine Ursache, die geklärt werden sollte.