Laborbefunde in der Beratung

Klientinnen und Klienten bringen häufig Laborbefunde mit in die Beratung. Die Befundinterpretation und Diagnose sind ärztliche Aufgaben. Für die Ernährungsberatung ist es dennoch wichtig, die häufigsten Werte einordnen zu können, Zusammenhänge zu erkennen und bei Auffälligkeiten gezielt an die Praxis zurückzuverweisen.

Einsatz

Bei der Vorbereitung und im Gespräch, wenn Befunde vorliegen. Referenzbereiche unterscheiden sich je nach Labor und Methode, maßgeblich sind die Angaben auf dem jeweiligen Befund.

Übersicht

WertAussageTypische Fallstricke
FerritinEisenspeichersteigt bei Entzündung, dann CRP (C-reaktives Protein) und Transferrinsättigung beachten
Hämoglobin, MCV (mittleres Volumen der roten Blutkörperchen)Blutarmut und ihre FormEisen- und B12-Mangel können sich im MCV ausgleichen
Holotranscobalaminaktiver B12-AnteilGraubereich mit Methylmalonsäure klären
25-OH-Vitamin DVitamin-D-StatusUmrechnung 1 ng/ml entspricht 2,5 nmol/l, saisonale Schwankung
HbA1c (Langzeitblutzuckerwert)Langzeitblutzuckerverfälscht bei Anämie, Nierenerkrankung und Schwangerschaft
LDL (Low-Density-Lipoprotein), HDL (High-Density-Lipoprotein), TriglycerideBlutfetteZielwerte hängen vom Gesamtrisiko ab
ALT (Alanin-Aminotransferase), GGT (Gamma-Glutamyltransferase)Lebernormale Werte schließen Fettleber nicht aus
Kreatinin, eGFRNierenfunktionMuskelmasse beeinflusst Kreatinin
TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon)SchilddrüsenfunktionBiotinpräparate können Werte verfälschen
CRPEntzündungbeeinflusst Ferritin, Zink und weitere Marker

Checkliste

  • Datum der Blutentnahme und aktuelle Situation, etwa Infekt oder Schwangerschaft
  • Einnahme von Präparaten vor der Messung, insbesondere Biotin, Eisen und Vitamin D
  • Verlauf im Vergleich zu früheren Befunden
  • Zusammenhang mit Ernährung, Medikamenten und Beschwerden
  • Rückmeldung an die behandelnde Praxis bei auffälligen oder unklaren Werten

Verwandte Begriffe

Quellen